GESUCHTE SERIENCHARAKTERE: «VAMPIRE DIARIES» Katherine Pierce • Matt Donovan • Caroline & Stefan Salvatore • Lorenzo St. John • Jeremy Gilbert • Tyler Lockwood • Elijah & Niklaus & Kol Mikaelson «Teen Wolf» Derek Hale • Allison Argent • Ethan & Aiden Steiner • Liam Dunbar • Peter Hale • Isaac Lahey • Hayden Romero • Jordan Parrish • Kira Yukimura & Braeden «SUPERNATURAL» Sam & Dean Winchester • Ruby • Crowley • Castiel uvm.! FREECHARAKTERE sind bei uns ebenso herzlich eingeladen :D
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“Willkommen bei uns! Das »Habits Of The Dark« ist ein Crossover Forum, welches sich aus den Serien Vampire Diaries, Teen Wolf und Supernatural zusammensetzt. Die Basis für dieses RPG-Forum bildet die Serie Vampire Diaries, weswegen sich alle anderen Wesen an dieses Universum anpassen. Wir spielen nach dem Prinzip der Ortstrennung und haben die Altersbeschränkung FSK18. Geschrieben wird bei uns im Romanstil. » Wir starten ein Jahr nach dem Ende von Staffel 8 in VD«, was bedeutet, dass Vieles unserer eigenen Feder entstammt. Bei uns sind nicht nur Seriencharaktere aus VD, TW und SPN erwünscht und sehr gerne gesehen, sondern auch jegliche Freecharaktere. Bitte beachtet jedoch, dass Charaktere, welche der Serie zu Grunde liegen, auch getreu gespielt werden sollen! Charaktere, die in der Serie bereits gestorben sind, können mit einer guten Story wieder unter die Lebenden geholt werden. Zusätzlich erlauben wir The Originals-Charaktere, die allerdings einen triftigen Grund für ihr Erscheinen in Mystic Falls aufweisen müssen.
"Ein Jahr ist vergangen seit das Schicksal einmal wieder unsere geliebte Stadt • Mystic Falls • heimgesucht hatte. Eine tiefe Finsternis hatte sich über unser aller Leben nieder gelassen, nichts Ungewöhnliches, doch dieses Mal forderte diese weitaus mehr Leben und wir zahlten einen hohen Preis, um heute hier zu stehen. »Im Augenblick ist es ruhig, ist das nur die Ruhe vor dem Sturm? Oder schleicht sich bereits in diesen Moment etwas unter die Bewohner um sie an Tag X eiskalt zu überraschen?« Zusätzlich wurde ein neues Rudel in den dichten Wäldern gesichtet, welches sogar eine Banshee im Schlepptau hatte. Und was zum Teufel verschlägt die berühmten Winchesterbrüder in unsere Stadt? Finde es selbst heraus und werde ein Teil dieser Geschichte!

Narek J. SantosNarek J. Santos
Delilah Jael SantosDelilah Jael Santos
Malachai ParkerMalachai Parker
RachmielRachmiel

Die fünf Kasperköppe; Narek, Delilah, Malachai & Ray kümmern sich darum, dass hier alles mit rechten Dingen vor sich geht. Zumindest meistens. Wenn du irgendein Anliegen hast, wende dich bitte an sie.

“Es ist nicht wichtig, wohin du im Leben gehst... was du machst... oder was du hast... Es kommt darauf an, wen du an deiner Seite hast. ➔





#1

Innenbreich

in • Verlassenes Atelier 24.03.2018 17:59
von Crispin Cipriano | 655 Beiträge
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#2

RE: Innenbreich

in • Verlassenes Atelier 23.04.2018 17:28
von Crispin Cipriano | 655 Beiträge
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Warum? Wieder einmal stellte sich Crispin diese Frage, während er langsam durch das alte Atelier lief und seinen Blick über alles schweifen ließ, was sich darin befand. Warum kam er hierher und tat sich das an? Die Erinnerungen - sowohl gute als auch schlechte - und die Schmerzen, die damit verbunden waren. Solange hatte er diesen Ort gemieden, obwohl er lange Zeit der einzige Rückzugsort war, den er hatte. Dass diese Räume seit einer gefühlten Ewigkeit niemand mehr betreten hatte, war mehr als offensichtlich. Eine dicke Staubschicht lag auf allem und im Licht der Sonne tanzte ebenfalls Staub durch die Luft, den er durch seine Anwesenheit aufwirbelte. Wer sollte allerdings auch schon hier her kommen? In der Regel interessierte sich niemand für verlassene Gebäude, außer sie waren im Weg und sollten weichen. Er selbst hatte es nicht ertragen, hier zu sein. Zu viele Erinnerungen waren mit diesem Ort verbunden, die ihm das Herz zusammenschnürten und ihm das Atmen schwer machten. Dennoch war er nun hier, quälte sich mal wieder selbst damit und wenn er ehrlich zu sich war, kannte er den Grund sehr gut und er trug denselben Namen wie viele andere seiner Entscheidungen auch: August.
Nach ihrem letzten Aufeinandertreffen, bei dem er sein eigenes Leben aufs Spiel gesetzt, was ihm aber auch gezeigt hatte, dass es zwischen ihnen nie wieder wie früher sein würde, war dies der einzige Ort, wo er ihm und ihrer gemeinsamen Zeit nahe sein konnte. Es war dumm und absolut masochistisch, hier zu sein, doch sein Herz drängte ihn dazu, ganz egal wie sehr es auch weh tat. Und so war er hierher gekommen und ließ das alles auf sich wirken. So viele schöne Stunden hatten sie hier verbracht, egal ob aneinander gekuschelt auf dem Sofa, das schon weit bessere Tage gesehen hatte, oder auch an dem Klavier, das hier zwar deplatziert wirkte, aber für ihn doch perfekt hier rein passte.
Bei diesem Gedanken ging sein Blick zu dem Instrument, dessen dunkles Holz ebenfalls unter einer Staubschicht lag. Leise und bedächtig, als könnte er irgendjemanden aufschrecken, lief er darauf zu. Ein Kloß bildete sich in seinem Hals, als er mit den Fingern über die Oberfläche strich und kleine Muster darauf hinterließ. Noch immer war es ein seltsames Gefühl, auch nur wieder in der Nähe eines Klaviers zu sein. Auch wenn er in letzter Zeit wieder anfing zu spielen, kam es doch weit seltener vor als damals und seltener,als er es gerne wollte. Doch die ganze Situation mit August hemmte ihn, hatte es ihm lange Zeit sogar unmöglich gemacht, auch nur einen Ton zu spielen. Der Bruch mit dem Engel hatte ihm nicht nur die wichtigste Person genommen, die er hatte, sondern ihm auch noch seiner größten Leidenschaft beraubt. Und dabei war es schon seltsam, dass er das heute so sah, hatte er doch als Kind eine regelrechte Abneigung gegen dieses Instrument empfunden. Allerdings konnte er sich auch noch sehr genau an den Tag erinnern, an dem sich das geändert hatte…

Schnee fiel in dicken Flocken vom Himmel, verdeckte alles unter einer weißen und im Licht glitzernden Schicht. Gebannt verfolgte Crispin den Schnee, der kleine Kristalle an der Fensterscheibe hinterließ, an der er sich gerade die Nase platt drückte, als könnte er dem Schauspiel so noch ein wenig näher sein. Es war nicht das erste Mal, dass er Schnee sah und doch war es für ihn immer wieder ein Ereignis, dem er stundenlang zusehen konnte. Dass ihm seine Beine dabei langsam einschliefen, da er auf der Fensterbank kniete, störte ihn dabei wenig, er war zu fasziniert, von dem, was er sah. Leider hatte er selten so viel Zeit und Ruhe, um das alles zu genießen und gerade konnte er das nur, weil seine Eltern gerade nicht Zuhause waren. Andernfalls würden sie ihn wohl wieder dazu zwingen, sich an dieses scheußliche Klavier zu setzen und zu üben. Er mochte es nicht und verstand nicht, warum er es lernen sollte, doch egal wie sehr er sich auch dagegen wehrte, er wurde doch immer wieder davor gesetzt und mit Hausarrest bestraft, wenn er sich weigerte. Was unter anderem ein Grund war, warum er hier am Fenster saß, anstatt wie viele andere Kinder draußen zu sein, Schneemänner zu bauen, Schneeengel zu machen oder Schneeballschlachten zu veranstalten.
Betrübt senkte er den Blick und fuhr mit den Fingern über das Glas unter seinen Händen. Selbst wenn er es wollte, wusste Crispin nicht, ob er es jemals lernen würde, Klavier zu spielen. Im Gegensatz zu seinem großen Bruder, hatte er so gar keinen Zugang dazu, da er mit den Notenblättern nichts anfangen konnte. Für ihn waren das einfach nur ein paar schwarze Kreise mit Linien und Fähnchen dran, die Muster auf dem Papier bildeten und egal, wie oft man ihm versuchte zu erklären, welche Note auf welcher Linie auf dem Papier, welche Taste auf dem Klavier darstellte, er verstand es einfach nicht. Wie auch, er war gerade einmal fünf. Dabei wollte er eigentlich nichts anderes als seinen Eltern gefallen und Cyrian nacheifern, aber er schaffte es nicht.
Einige Tränen lösten sich aus seinen Augenwinkeln und er wischte sie trotzig weg. Zu weinen half ihm auch nicht. Durch die Bewegung merkte er nun allerdings das Kribbeln in seinen Füßen und er verzog das Gesicht. Im selben Augenblick hörte er leise Musik und er wandte den Blick Richtung Tür. Sofort wurde ihm klar, woher das kam und wer am Klavier saß. Ohne zu zögern rutschte er von der Fensterbank und tapste nur in Strümpfen aus seinem Zimmer und in den Raum, aus dem die Musik kam. Und er behielt Recht. Cyrian hatte sich ans Klavier gesetzt und übte das Stück, das er zu der Weihnachtsfeier spielen sollte, zu der ihre Familie eingeladen war. Um ihn dabei nicht zu stören, blieb er in der Tür stehen, hielt sich am Rahmen fest und beobachtete ihn. Doch bereits nach ein paar weiteren Tönen hörte Cyrian auf und sah zu ihm. Ein Lächeln lag auf seinen Lippen.
“Du musst da nicht stehen bleiben. Komm her.”
Normalerweise war es ihnen verboten, zusammen am Klavier zu sitzen. Es würde den anderen ablenken, hieß es, doch da ihre Eltern gerade nicht da waren, begannen seine Augen bei der Idee zu leuchten. Er liebte es, seinem Bruder beim Spielen zuzusehen und aus diesem Grund zögerte er auch nicht und lief zu ihm. Nachdem Cyrian etwas Platz gemacht hatte, setzte er sich neben ihn und hörte ihm dabei zu, wie er noch einmal von vorn begann.


Es war noch nicht perfekt - dafür übte er schließlich noch - aber für ihn klang es dennoch wunderschön und er konnte nicht verhindern, dass es ihn durchaus in den Fingern juckte, es auch zu versuchen. Dieses Gefühl hatte er immer, wenn er seinem Bruder zusah, doch sobald er alleine am Klavier saß, war davon nichts mehr zu spüren. Dann fühlte er sich einfach nur noch dazu gezwungen.
Kaum waren die letzten Töne verklungen, sah er zu Cyrian und strahlte ihn an.
“Du spielst wirklich toll. Ich wünschte, ich wäre wie du.”
Bei dem letzten Satz senkte er seine Stimme und sah traurig auf das Instrument. Vorsichtig legte er eine Hand auf die Tasten, ohne diese jedoch zu betätigen. Im nächsten Moment spürte er eine Hand auf seiner Schulter und er sah wieder zur Seite. Er bemerkte, wie sein Bruder etwas sagen wollte, doch er kam nicht dazu, denn in diesem Augenblick hörten sie die Haustür und kurz darauf standen ihre Eltern ebenfalls im Raum. Statt einer Begrüßung traf ihn direkt der missbilligende Blick ihrer Mutter.
”Crispin, wie oft habe ich dir gesagt, du sollst Cyrian nicht beim Üben stören?”
Augenblicklich presste er die Lippen aufeinander. Es tat weh, dass sie so mit ihm sprach, aber er wollte ihr das nicht zeigen und so versuchte er sich, zusammenzureißen. Er wollte gerade aufstehen und wieder in seinem Zimmer verschwinden, als sie noch einmal etwas sagte.
“Bleib ruhig sitzen. Cyrian muss ohnehin eine Pause einlegen und solange kannst du üben. Komm mit, Schatz, wir haben etwas für dich.”
Den zweiten Satz richtete sie an seinen Bruder und Crispin sah zu ihm. Ihre Blicke trafen sich und er wirkte so, als wollte er ihn gerade nicht alleine lassen.
“Ich bin gleich wieder da”, meinte er mit einem kleinen Lächeln, bevor er aufstand und ihren Eltern aus dem Raum folgte. Crispin sah ihnen nach und wandte sich anschließend wieder dem Klavier zu. Und in diesem Moment traf er die Entscheidung, dass er es doch versuchen würde. Er wollte alles dafür tun, damit seine Mutter und auch sein Vater ebenso mit ihm sprachen, wie mit Cyrian.


Sanft strich Crispin über die Tasten des Klaviers, während er langsam wieder ins Hier und Jetzt zurückkam. Währenddessen hatte er sich davor gesetzt und auch wenn seine Augen darauf gerichtet waren, so war sein Blick doch noch immer in der Vergangenheit. Bis heute hatte er keinen Zugang zum Notenlesen gefunden. Für ihn waren sie immer noch ein Buch mit sieben Siegeln. Doch das hatte ihn nicht daran gehindert, das Spielen dennoch zu lernen. Im Gegensatz zu anderen musste er die Stücke nur ein paar Mal hören um sich die Melodie einzuprägen und sie anschließend zu spielen. Natürlich brauchte auch er ein paar Anläufe, bis alles klappte, aber er war froh eine Möglichkeit gefunden zu haben, um seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen, wenn es anders nicht ging. Und inzwischen gab es kaum einen anderen Grund, warum er spielte. Im letzten Jahr gab es noch einen anderen Grund: August. Er war der einzige, dem er seit er klein war, vorgespielt hatte und er hatte es gerne getan, da er merkte, wie sehr dieser es liebte. Nun musste er sich fragen, ob es wirklich der Wahrheit entsprach oder es doch nur eine Lüge war. Noch immer hatte er keine Ahnung, was er glauben sollte und so langsam hatte er das Gefühl, dass sich dies auch nicht mehr ändern würde. Es schien, als würde die Chance auf die Wahrheit mit jedem Aufeinandertreffen in weitere Ferne rücken und so langsam zehrte das Ganze an seinen Nerven, sodass er keine Ahnung hatte, wie lange er das noch aushielt.
Aus diesem Grund versuchte er auch nicht weiter daran zu denken, sich nicht mehr den Kopf darüber zu zerbrechen und sich abzulenken. Einen Moment lang schloss er die Augen und konzentrierte sich, während er beide Hände auf die Tasten des Klaviers legte und anschließend begann zu spielen.


@August Williams



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August Williams findet das traurig...
zuletzt bearbeitet 23.04.2018 17:34 | nach oben springen

#3

RE: Innenbreich

in • Verlassenes Atelier 23.04.2018 21:18
von August Williams | 320 Beiträge
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Eine sanfte Melodie erfüllte den Raum.
Blasse Hände spielten ein einfaches Lied, wiederholten es immer wieder, bis es verstummte und sich die Hände schüchtern zurückzogen und sich nahezu den Blicken, die auf dem Blonden lagen, versteckten. Sie verbrachten viele ruhige Stunden in dem Atelier. Fern von der Außenwelt, die sie beide in Schubladen steckte, die nichts miteinander zu tun haben sollten. Hier waren sie sicher, hier waren sie alleine... Hier waren sie sich nahe, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Als ob man die Zeit angehalten hätte, diente dieser Ort der Zuflucht für die beiden, die Schutz vor ihrem eigenen Leben und Geborgenheit in der Anwesenheit des anderen suchten.
"August...was sind wir eigentlich?" Ein so einfache Frage, mit so viel Bedeutung, dass es dem Engel schwer fiel sofort zu antworten. Er sollte nicht hier sein, vor dem Jüngeren stehen, der ihn erwartungsvolle Blicke zuwarf und einen großen Schritt in eine Richtung machte, die man als Freundschaft beschreiben konnte. Alles war irgendwie viel zu schnell gegangen - Prozess von einem einfachen Schutzengel zu etwas wie einem Freund, einer Schulter zum Ausweinen war so schnell, dass er gar nicht erst mitbekam, wie schwer es ihm fiel den anderen nur für einen Tag alleine zu lassen. Es war falsch, das wussten sie beide, hatte er ihm am Anfang doch selbst erklärt, dass es zwischen Schutzengeln und ihren Schützlingen nicht mehr als eine nette Bekanntschaft herrschen sollte, wenn überhaupt. Freundschaft stand komplett außer Frage, denn seine Aufgabe war es nicht, sich mit seinem Schützling anzufreunden, sondern diesen jeglich vor Ärger zu bewahren und dazu musste er eigentlich nicht einmal einen Fuß auf die Erde setzen, wenn er wollte. Doch genau daran lag mittlerweile das Problem. August wollte ihn sehen, wollte ihn auf der Erde besuchen und auch wenn er sich jedes mal selbst dafür ermahnte, waren alle seine Vorsätze vergessen, sobald er vor Crispin auftauchte und dieser ihn mit dem allerschönsten Lächeln belohnte, dass ihn vom ersten Moment an die Sprache verschlug.
"Ich weiß nicht... Ein Engel und sein Schützling?", fragte er und lachte dabei nervös. Das mochte zwar die richtige Antwort sein, aber beide wussten, dass es nicht stimmte. Diese Grenze hatten sie schon lange überschritten und es zu leugnen, machte es nur offensichtlicher. Freunde.
Aus einem unerfindlichem Grund ließ diese Bezeichnung sein Herz flattern. August hatte keine Freunde. Brüder und Schwestern, ja, aber niemanden, den er als wahren Freund bezeichnen würde. Etwas wie Enttäuschung lag in dem Blick des anderen und gerne hätte ihm der Engel gesagt, dass er sich bis jetzt mit niemandem so gut verstanden hatte, aber das war nicht richtig, entsprach nicht seinen Vorschriften.
"Du hast bis jetzt weitaus mehr für mich getan, als jeder andere.", sagte der Schüler und blickte dabei auf die Tasten des Klaviers, auf dem August zuvor noch gespielt hatte. "Das machen Schutzengel nunmal." Lüge. Seine Pflichten als Schutzengel wurden hiermit mehr als erfüllt und es bestand kein Sinn darin, sich dem anderen in einer menschlichen Hülle zu zeigen - außer es war ein Notfall - so wie bei ihrem ersten richtigen Treffen. "Du weißt, dass das nicht stimmt."
Er wusste es. Cris wusste es. Und beide wussten auch, dass es nicht richtig war.
Für einen langen Moment herrschte Stille. Die beiden saßen nebeneinander am Klavier und musterten sich gegenseitig, als würden sie auf eine bestimmte Reaktion des anderen warten.
"Als ob ich einen kleinen Frechdachs wie dich als Freund bezeichnen würde.", sagte August grinsend und der Jüngere lachte leise. "Wusste ich's doch. Gib's zu, du magst mich."
Oh, er hatte ja keine Ahnung, wie richtig er damit lag...


Dieser Ort war selbst nach der gemeinsam Vergangenheit nach wie vor ein Zufluchtsort. Verlassen und vom Staub besetzt, hatte er er an Ansehnlichkeit verloren, nicht jedoch an der Bedeutung und an den Gefühlen, die er in dem Engel auslöste. Die Erinnerungen, so schön sie auch waren, schmerzten und nichts wollte er, vor allem im Moment, lieber als all den Schmerz und die Trauer vergessen, auch wenn es hieß, dass er von den schönen Dingen Abschied nehmen musste. August war verletzt, von Emotionen getrieben und einfach... schwach. Unüblich für jemanden wie ihn, der zwar impulsiv handelte, aber nicht oft seine Schwächen zeigte. Verwundbar zu sein war für ihn etwas Entsetzliches und jetzt gerade fühlte er sich, als könnten ihm Worte alleine ein Ende bereiten - vor allem wenn sie aus dem Mund einer bestimmten Person kamen.
Cris, Cris, Cris... In seinem Kopf ging es seit Tagen um nichts anderes. Begleitet von gemischten Gefühlen, die von unendlicher Liebe zu dem anderen, bis zu Hass und Enttäuschung reichten. Er dachte wirklich, sie hätten Fortschritte gemacht, hatte Hoffnungen darin, dass sie es schafften doch noch gemeinsam einen Ausweg zu finden, aber er hatte sich getäuscht... Er war alleine, seine Mühen umsonst. Es gab niemals ein "wir" und selbst wenn, dann wurde es mit der Aussprache, die Klarheit zwischen ihn und Cris schaffen sollte, komplett zu Nichte gemacht. Wie konnte er bloß so dumm sein? Sich jemanden so blind anzuvertrauen...
"Sag mir, August, wieso sind wir noch einmal hierher gekommen?" Die Stimme riss ihn aus seinen Gedanken, die immer im Kreis fuhren, in der Hoffnung eine Lösung auf all seine Probleme zu finden. "Ich sagte doch, ich will das Kätzchen besuchen.", erklärte er und deutete auf das Gebäude, in dem sich das Atelier befand und vor dem er - vor ein paar Wochen - ein von der mutter zurückgelassenes Kätzchen gefunden hatte. Sein Fell war anfangs komplett verfilzt und Flöhe hatte das arme Ding auch, aber mittlerweile - nach mehreren Versuchen das Tier zu baden -, Medizin und einem Flohhalsband, dass er selbst ausgesucht hatte, ging es dem schwarzen Flauschball endlich wieder gut. August hatte schon überlegt es zu sich mit nach Hause zu nehmen, aber irgendwie schien es sehr an dem Gebäude zu hängen, denn es überquerte niemals die Straße und lief nie weiter als ein paar Häuser weit weg. Außerdem hatte er kaum Zeit, da er meistens in der Uni oder im Tonstudio war - da blieb also wenig Zeit für ein Haustier, auch wenn er sehr gerne eines gehabt hätte. So blieb es eben nur bei gelegentlichen Besuchen, wenn er nicht all zu schlecht gelaunt war.
Vor dem Gebäude blieben die zwei Brüder stehen und es dauerte nicht lange, bis das Kätzchen aus einer Ecke angetapst kam und sich an Augusts Bein schmiegte. Es erforderte keine Rufe - das Tier wusste immer ganz genau, wann der Engel da war und es dauerte nie länger als eine Minute, bis es auftauchte und sich mit lautem Schnurren näherte. "Na du?", fragte er liebevoll und hob sie hoch, um sie in den Arm zu nehmen und ihren Kopf zu kraulen. "Sie stinkt nach Dämon. Hier riecht es generell stark nach Höllenkind, findest du nicht?", fragte Aspen angewidert und sah sich um. In der Stadt war es immer voll mit Auren von anderen Wesen und oftmals war es so überwältigend, dass man die einzelnen Wesen gar nicht mehr voneinander unterscheiden konnte. So auch jetzt gerade und ehrlich gesagt, war er im Moment nicht in Jagd-Laune. Seine Füße schmerzten, weil Asp ihn durch die halbe Stadt gejagt hatte und es sah nach Regen aus, weshalb er nicht zu viel Zeit außerhalb seines Hauses verbringen wollte, denn einen Schirm hatte er - wie so oft - vergessen. "Niemand zwingt dich hier zu sein, Asp. Von mir aus, kannst du einen Abgang machen.", sagte er ruhig und ließ es zu, dass das Kätzchen den Kopf an die Unterseite seines Kiefers drückte und mit geschlossenen Augen wohlig schnurrte. "Bäh, ich hasse diese Viecher wirklich. Wenn du ernsthaft hier bleibst, um dich um das Ding zu kümmern, dann gehe ich." Seine Abneigung gegen Katzen war nicht zu übersehen und er musterte August mit einer gewissen Abscheu.
Wie vorhergesagt, fielen die ersten Tropfen auf den Asphalt und das reichte, um den anderen Engel komplett davon zu überzeugen nach Hause zu gehen. "Mach ja keinen Unfug!", rief er zum Abschied, ehe er hinter der nächsten Ecke verschwand und August in das Gebäude ging, um Schutz vor dem Regen zu suchen.

"Hey. Ich bin's." Eine kurze Pause.
"Ich weiß, aber ich habe einen Verdacht. Selbst wenn es nicht stimmt, werde ich beim hohen Rat einfach erzählen, dass August vor hat mit dem Bengel durchzubrennen."
Ein bitteres Lachen.
"Die beiden können sich nicht ausstehen. Damit ist es eine Win-Win Situation. Er wird auf ewig verbannt und seiner Allerliebster hasst ihn ebenso bis an sein Lebensende. Vielleicht haben wir Glück und er tötet ihn sogar? Du hast den Kleinen doch mit genügend Gedanken gefüttert, nicht?"
Wieder Stille.
"Gut, wir werden sehen. Bis dann."


Die Wahl, in das Atelier zu gehen, traf er dabei nicht zum ersten Mal. Zugegeben, er war oft hier gewesen, jedoch nur für kurze Besuche, denn selbst mit der Ablenkung der Katze, stiegen ihm die Gefühle schnell zu Kopf und er musste den Raum oftmals schon nach zehn Minuten verlassen. Dieses mal beschloss er zu warten bis der Regen sich gelegt hatte oder bis er zumindest nur noch ein Tröpfeln war. Mit dem Haustier in der Hand ging er die Treppe hoch und öffnete dann die Tür. Abgelenkt davon, dass das Schnurren plötzlich aufhörte und der Kopf des Kätzchens starr auf die andere Person im Raum gerichtet war, dauerte es einen Moment, bis der Schwarzhaarige den Blick hob und dann fast schon zittrig die Luft einzog. "W-was machst du denn hier?!" Spielte das Schicksal ein gemeines Spiel mit ihm oder wieso musste er ausgerechnet schon wieder dem Dämon, der seine Gedanken wie ein Parasit beherrschte, über den Weg laufen?
Mit einem Satz sprang das Tier von seinen Armen und bevor er einen Schritt nach vor machen konnte, um es wieder zu sich zu locken, ging es auf Crispin zu und schmiegte sich - wie schon bei August zuvor - an seine Beine, bevor es versuchte seine Jeans hinaufzuklettern.
"Das kann doch nicht wahr sein.", seufzte der Engel genervt und fühlte sich ernsthaft betrogen. War denn wirklich alles und jeder gegen ihn?



@Crispin Cipriano


If I'm the sun, then you're the moon,
because when I rise... You will go down.

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#4

RE: Innenbreich

in • Verlassenes Atelier 28.04.2018 13:31
von Crispin Cipriano | 655 Beiträge
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Eine ganze Weile nachdem das Lied zu Ende war, saß Crispin regungslos am Klavier. Die Hände lagen jeweils neben ihm auf dem Hocker und seine Finger krallten sich leicht hinein. Seine Augen hielt er noch immer geschlossen, als könnte er so weiterhin alles ausblenden, was ihm Kopfzerbrechen bereitete - unter anderem auch, an welchem Ort er sich befand. Er wollte noch nicht wieder in die Realität zurück. Am liebsten hätte er sich in einem kleinen fensterlosen Raum, der lediglich ein Klavier beinhaltete, eingesperrt und solange gespielt, bis ihm die Finger bluteten. Es wäre eine feige Flucht und er war eigentlich alles andere als ein Angsthase, aber sich der Wirklichkeit zu stellen, war unglaublich anstrengend und zehrte ihn auf, wenn es keine Hoffnung auf Besserung gab. Und im Moment sah es eher so aus, als würde alles nur noch schlimmer werden. Somit war der Gedanke, sich einfach zu verstecken und zu fliehen, so verlockend für ihn, dass er wohl alles dafür getan hätte, um es wirklich tun zu können. Aber gleichzeitig wusste er auch, dass etwas anderes noch viel mehr lockte: Die Wahrheit. Crispin wusste, dass er niemals wirklich zur Ruhe kommen konnte, wenn er nie erfuhr, ob seine Erinnerungen echt oder doch nur eine schöne Illusion waren. Früher oder später würde es ihn wieder einholen und von Neuem quälen.
Mit einem leisen Seufzen öffnete er die Augen, starrte vor sich hin, während er die Finger noch mehr in den Hocker grub. Was würde er nicht alles dafür geben, um zu erfahren, ob August es ernst mit ihm meinte oder er nur mit ihm gespielt hatte… Er würde nicht sagen, dass ihm langsam egal war, was dabei herauskam, denn er wusste ganz genau, welche Antwort er sich am meisten wünschte. Doch er wollte einfach, dass diese Ungewissheit vorbei war, die ihn innerlich zerfraß. Noch vor ein paar Wochen hätte er nicht gedacht, dass es so nervenaufreibend sein würde, dem Engel wiederzubegegnen. Sein Plan war theoretisch gesehen so simpel. Er wollte ihm das Leben schwer machen und ihn töten, wenn er genug dafür gebüßt hatte, was er ihm angetan hatte, oder ihn direkt sterben lassen, wenn sie sich wiedersahen.
Wie sehr er doch daneben lag. Egal wie einfach ein Plan in Gedanken auch wirkte, die Umsetzung musste es dagegen überhaupt nicht sein und so war es auch bei ihm. Sobald er dem anderen wieder in die Augen gesehen hatte - Augen, die er über alles liebte - war seine Chance vertan. Und entweder hatte August dies gemerkt und erneut mit ihm gespielt oder ihm ging es genauso. Was von beidem zutraf, wusste er nicht und genau das machte ihn einfach fertig.
Plötzlich wurde er aus seinen trüben Gedanken gerissen, als er eine leise Stimme hörte. Irritiert blinzelte er ein paar mal, um sich zu orientieren. Für ein paar Minuten hatte er tatsächlich alles um sich herum vergessen. Anschließend ging sein Blick zu dem Fenster, aus dessen Richtung er die Stimme hörte. Es war kaputt und die Scherben lagen verteilt auf dem Boden, was auch erklärte, warum er überhaupt jemanden reden hören konnte. Leise stand er auf und näherte sich der Person, die unten in der schmalen Gasse neben dem Atelier und direkt unter dem Fenster stehen musste. Crispin hatte das Gefühl, die Stimme schon einmal gehört zu haben und als er sich mit dem Rücken an die Wand lehnte, hinunter spähte und den Haarschopf zu der Person sah, wurde ihm auch klar, woher. Wie hatte August ihn nochmal genannt? Aiden? Ashton? Oder Aspen? Er wusste es nicht mehr und an sich war es auch egal, da es ihn nicht sonderlich interessierte, wie er hieß. Was er von sich gab und vor allem wie er es von sich gab, dagegen schon eher und sein Misstrauen war direkt wieder geweckt - zu Recht…
Aufmerksam lauschte er dem leisen Telefonat, bei dem es so wirkte, als sollte es keiner mitbekommen, und was er da mitbekam, ließ ihn stocken. Es war nicht viel, was gesagt wurde, aber es genügte. Neben der Tatsache, dass er davon sprach, zu behaupten, August wolle mit einem Bengel durchbrennen, blieb ihm vor allem ein Satz im Gedächtnis, brannte sich regelrecht ein:
Du hast den Kleinen doch mit genügend Gedanken gefüttert, nicht?
Konnte es sein…? War es wirklich möglich, dass er damit gemeint war? Das gesamte Gespräch deutete daraufhin und wenn man bedachte, dass kurz nach Augusts Verschwinden ein Dämon in seinem Leben aufgetaucht war, der ihn im Auge behalten hatte, war eine andere Schlussfolgerung kaum möglich. Aber was sollte der Engel mit dem Dämon zu tun haben? War das nicht absurd? Wenn er allerdings darüber nachdachte, dass Augst und er auch auf entgegengesetzten Seiten standen,…
Weiter kam er mit seinen Überlegungen nicht, denn in diesem Moment spürte er kleine scharfe Krallen an seinem Bein. Crispin löste seinen Blick von der Gasse und sah an sich hinunter - und auch wenn die gesamte Situation seines Lebens ihn im Augenblick einfach nur fertig machte und nun noch mehr dazu kam, über das er sich den Kopf zerbrechen würde, konnte er nicht verhindern, dass er lächeln musste, als er die kleine Katze dabei beobachtete, wie sie versuchte, an seiner Hose hinaufzuklettern.
“Na so was, wer bist du denn?”
Er beugte sich hinunter und löste sie vorsichtig von seinem Bein, damit sie nicht mit den Krallen hängen blieb, und nahm sie auf den Arm. Sofort schmiegte sie ihr Köpfchen an sein Gesicht und er merkte, dass sich seine Stimmung ein klein wenig hob - was jedoch direkt wieder vorbei war, als er die leisen und genervten Worte hörte. Crispin hätte nicht einmal aufsehen müssen, um ganz genau zu wissen, wer es war. Diese Stimme würde er unter tausenden wiedererkennen. Dass sich sein Herz dabei verkrampfte, ließ er sich nicht anmerken - auch nicht, als er nun doch in Augusts Richtung schaute und die Augenbrauen zusammenzog. Um einigermaßen ruhig zu bleiben, strich er der kleinen Katze über den Kopf und das weiche Lätzchen.
“Du hast hier absolut nichts zu suchen! Und was willst du eigentlich hier?! Deinem neuen Freund etwas von deiner Vergangenheit zeigen?!”
Es konnte unmöglich ein Zufall sein, dass sowohl August als auch der andere Engel hier waren und es schmerzte, dass es so war. Dieser Ort war für ihn etwas Besonderes - unter anderem auch wegen der Zeit, die er hier mit dem anderen verbracht hatte, ganz egal, wie schmerzhaft die Erinnerung daran auch war. Dass August nun mit jemand anderem hierher kam - auch wenn er den Grund dafür nicht kannte und ihn an sich auch nicht wissen wollte - ging ihm absolut gegen den Strich und ließ ihn wütend werden.
Als er jedoch an den anderen Engel dachte, blickte er noch einmal aus dem Fenster und in die Gasse, die inzwischen wieder verlassen da lag, während sich das Kätzchen aus seinen Armen befreite und weiter hinauf und auf seine Schulter kletterte. Er ließ es zu und das nicht nur weil seine Aufmerksamkeit gerade auf etwas anderem lag - wie konnte man es so einem kleinen Wesen auch nicht gestatten? Während er auf die Stelle sah, an der der andere Engel bis eben noch gestanden hatte, dachte er an das belauschte Telefonat zurück und er biss die Zähne zusammen.
Sollte er August davon erzählen, ihm sagen, dass er ihm nicht über den Weg traute und das nicht nur daran lag, weil der andere nun einmal ein Engel und er ein Dämon war? Innerlich rang er mit sich. Würde es einfach nur darum gehen, dass er ihn nicht ausstehen konnte, würde er wohl nichts sagen, aber in ihm kam der Verdacht auf, dass der Engel mehr wusste, als er zeigte und vielleicht auch seine Finger mit im Spiel hatte, wenn es um die Geschehnisse im letzten Jahr ging. Auf einen Grund dafür kam er gerade nicht, aber ihn ließen der Verdacht und sein Misstrauen nicht los und so entschied er, August doch etwas davon zu sagen. Er wandte sich wieder zu dem anderen und musterte ihn einen Moment. Es war einfach ein komisches Gefühl, dass sie beide hier waren - einem Ort, an dem sie so viele Erinnerungen teilten, bei denen er aber noch immer nicht wusste, ob sie überhaupt von Wert waren, denn sollte der Schwarzhaarige wirklich nur mit ihm gespielt haben, waren sie wie alles andere nur ein schöner Schein.
Mit einem kleinen Kopfschütteln vertrieb er diese Gedanken, konzentrierte sich stattdessen wieder auf das, was er sagen wollte und runzelte die Stirn.
“Apropos dein neuer Freund… Wie lange und vor allem gut kennst du ihn eigentlich?”
Von seinem Verdacht würde er erst anfangen, wenn er dies wusste, denn auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering war, dass er das alles missverstanden hatte, gab es doch immer noch die Chance dazu, solange er keinen 100%igen Beweis hatte.

@August Williams



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#5

RE: Innenbreich

in • Verlassenes Atelier 28.04.2018 17:56
von August Williams | 320 Beiträge
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Die liebevolle Art, mit der Crispin das Kätzchen hochnahm und es streichelte, war mehr als ungewohnt für den Engel, der den anderen mittlerweile mit einer großen Portion Misstrauen begegnete. Dämonen waren böse, skrupellos und nicht... Nicht das was Cris jetzt gerade war. Fürsorglich und nahezu unschuldig wirkend. Es passte einfach nicht in das Bild, dass ihm über Monate vermittelt wurde. Seine Gedanken wurden allerdings sofort mit den Anschuldigungen des anderen zu Nichte gemacht. Fast hätte er an etwas wie erneuten Frieden zwischen ihnen geglaubt - fast. Aber da war immer noch ein großer Vertrauensbruch zwischen ihnen, an den er gerade erinnert wurde.
"Oh, keine Sorge, ich hatte nicht die Absicht dich hier zu treffen. Ich bin lediglich hier um das Kätzchen zu füttern und wenn es dir noch nicht aufgefallen ist: Draußen regnet es in Strömen. Tut mir Leid, dass ich nicht so rücksichtslos wie du bin und ohne Schirm durch den Regen laufe." Wieder sprach er ihn auf Aspen an und der seltsame Ton, den der Jüngere dabei anschlug, machte ihn noch wütender. "Er ist nicht mein Freund, sondern mein Bruder!", wandte er ein und verstand nicht, wie Crispin überhaupt darauf kam, dass sich August einfach die nächstbeste Person schnappen würde - nach all dem was er durchmachen musste. "Hat das etwa mit der Wohltätigkeitsball zu tun, dass du so denkst? Ich habe dir doch gesagt, dass du für mich-" Aus. Hör auf! Bevor du etwas falsches sagst. Sofort pressten sich seine Lippen zusammen und er begann den Kopf zu schütteln. "Vergiss es einfach. Ich werde mich sicher nicht wiederholen.", nuschelte er und dachte dabei an ihren gemeinsamen Abend zurück, an dem er gestanden hatte, dass es für ihn keinen Ersatz gab. Hätte er seine Vorlieben, seine Sexualität in einem Wort beschreiben müssen, dann wäre es einfach Crispin gewesen. Was Äußerlichkeiten anging, war nämlich Crispin genau sein Fall. Und was den Charakter anging ebenfalls Crispin. Wenn ihn jemand fragte, was er von seinem Partner erwartete, dann wäre die Antwort gewesen, dass die Person so wie Crispin sein sollte. Wie hätte er sich also irgendjemand anderen suchen können, wenn jede Faser von ihm sich nach dem Jüngeren sehnte?
"Ich wüsste nicht, was dich das angeht, Cris.", sagte er kurz und knapp und sah dann aus dem Fenster, in Hoffnung, dass der Regen vorbei war, aber keine Chance... so würde er hier nie weg kommen! Erneut startete er einen Versuch, das Kätzchen an sich zu locken, aber diese schenkte ihm keine Aufmerksamkeit. Die Schultern des anderen mussten furchtbar bequem sein und irgendwo hasste er sich dafür, dass er in der Hinsicht nur zustimmen konnte. Nicht, als würde er selbst gerne auf den Schultern sitzen - es ging dabei viel allgemeiner um die einfach Anwesenheit des Dämons, von der das kleine Wesen das Privileg hatte sie zu genießen, ganz im Gegenteil zum Engel, der sich nicht einmal im Traum danach sehnen sollte...
"Aspen und ich sind Geschwister, ich kenne ihn seitdem du ein verdammter Dämon geworden bist. Und im Gegensatz zu dir, ist er kein Verräter, sondern eine große Hilfe für mich." Was auch nur zum Teil stimmte. Ja, Asp half ihm, indem er ihn aus dem Haus lockte, damit er sich dort nicht einsperrte, aber ehrlich gesagt, fand August ihn furchtbar nervig - vor allem in letzter Zeit. Weshalb er überhaupt so plötzlich Kontakt mit ihm aufgenommen hatte, wunderte ihn, aber sein Bruder war immer komisch was das anging. Kurz vor seiner Verurteilung hatte er ebenfalls viel Zeit mit ihm verbracht und ohne ihn, wäre er wahrscheinlich wahnsinnig geworden. Seine Verurteilung dauerte über eine Woche und bis er dem hohen Rat vor die Füße geworfen wurde, war der Kerker sein Zuhause gewesen. Die Anwesenheit des anderen Engels machte es etwas erträglicher und war eine schöne Abwechslung zu den hallenden Wänden. "Außerdem hast du gar kein Recht dazu mich über ihn auszufragen. Immerhin tue ich das auch nicht, was deinen Dämonen-Freund angeht.", konterte er beleidigt und verzog sein Gesicht zu einem schwachen, trotzigen Schmollen. Mittlerweile reichte es ihm und er wollte einfach nur noch nach Hause. Regen hin oder her, er musste weg von hier, wenn es nicht wieder mit einer erneuten Auseinandersetzung enden sollte.
"Komm her, Baby, wir gehen.", sagte er und empfand es in dem Moment mehr als nötig, dabei mit dem Kinn auf das Kätzchen zu deuten, damit keine Missverständnisse aufkamen, selbst wenn das komplett unsinnig war und er das eigentlich gar nicht annehmen sollte, dass es welche gab. August ging die wenigen Schritte auf die beiden zu und streckte seine Arme nach der Katze aus, die sich keinen Millimeter von Crispin's Schulter bewegte, um sie von dort wieder an sich zu ziehen, jedoch wehrte sie sich, indem sie den Engel kurz anfauchte und wieder ihre normale Haltung einnahm. "Oh, komm schon... Du kannst mir doch nicht ernsthaft erzählen, dass du lieber bei ihm bleiben möchtest...", murmelte er und ging noch einen Schritt näher, sodass er genau zischen den Füßen des anderen stand und gerade wieder nach dem kleinen Wesen greifen wollte, um so schnell wie möglich aus der Intimzone des Dämons zu treten, denn er merkte bereits wie der süßliche Duft des anderen, vermischt mit dem verruchten Teerduft, der sich nahtlos darüber legte, ihn wieder schwach werden ließ. In der Zwischenzeit machte das Kätzchen das, was Katzen im allgemeinen am besten konnten - es sich an den unmöglichsten Orten bequem machen. So streckte sie sich, sodass eine Hälfte ihres Körpers auf August's Schulter lag, während der andere nach wie vor bei Crispin ruhte. Zufrieden schnurrte sie und legte ihren Kopf an den Hals des schwarzhaarigen Engels, der mit schüttelndem Kopf zu ihr hinuntersah. "Ist das dein Ernst?" Er wollte schon einen Schritt zurück machen, aber dann wäre sie hinuntergefallen und das wollte er keineswegs - aber so war er auch gezwungen an Ort und Stelle stehen zu bleiben und so gerne ein Teil von ihm das auch wollte, es war gerade sehr unpassend - vor allem, nachdem sie sich letztens gestritten hatten und er immer noch sauer auf den Jüngeren war. Die Hände, die nach der Katze greifen wollten, rutschten dennoch etwas zur Seite und lagen damit flach auf der Brust des Dämons, bereit ihn von sich zu stoßen, sobald sich die Möglichkeit ergab...oder ihn einfach nur wieder näher an sich zu ziehen, was ihm so viel lieber gewesen wäre, auch wenn sie sich schon nahe genug waren.
Von seiner Schulter richtete er den Blick also auf diesen und sah ihn wenig begeistert an, bevor er ein genervtes Seufzen von sich gab. "Ganz toll. Jetzt hänge ich ausgerechnet mit dir fest und das nur wegen der Kleinen.", warf er dem anderen vor und konnte es nicht verhindern, das Gesicht vor ihm zu mustern und sich zu fragen, warum er so hintergangen wurde. Was hatte er falsch gemacht? Hatte er ihm in der Vergangenheit nicht oft genug bewiesen, dass er alles für ihn tun würde? Wie konnte irgendein lausiger Dämon einfach alles zerstören, was sie gemeinsam aufgebaut hatten? Und doch konnte er es nicht verhindern, dass sein Herz jedes mal schneller schlug, wenn er den anderen sah. So heftig, dass er Angst hatte, Crispin könnte es hören oder spüren, mal abgesehen von der Hitze, die in ihm aufstieg und seine Wangen in einen zarten Rosaton färbten. Sein Blick senkte sich etwas und richtete sich gerade aus, auf den Hals des Jüngeren, an dem bis vor ein paar Tagen, noch ein schöner purpurfarbener Fleck zu sehen war, von dem es keine Spur mehr gab. Instinktiv leckte sich der Engel über die Lippen und ertappte sich aber rechtzeitig dabei und senkte den Kopf noch tiefer, damit er dem Blick des anderen entgehen konnte. "K-kannst du versuchen, sie von meiner Schulter zu nehmen? Sie scheint dich zu mögen.", fragte er leise und starrte dabei stur auf den Holzboden unter ihnen, der mit der dünnen Staubschicht viel interessanter zu sein schien, als das hübsche Gesicht gegenüber von ihm.

@Crispin Cipriano


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#6

RE: Innenbreich

in • Verlassenes Atelier 30.04.2018 20:21
von Crispin Cipriano | 655 Beiträge
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Playstatus HP mit August // NP frei

Etwas gedankenverloren strich Crispin dem Kätzchen weiter über den Kopf, während es auf seiner Schulter entspannt vor sich hin schnurrte und dabei leicht vibrierte. Es war ein schönes Gefühl und er wünschte sich, er hätte selbst einmal eine Katze besessen. Er wusste noch genau, dass er diesen Wunsch seinen Eltern gegenüber einmal geäußert hatte, aber wie im Nachhinein nicht anders zu erwarten, wurde es abgelehnt und er fragte sich insgeheim bis heute, ob sie wohl genauso reagiert hätten, wenn Cyrian sich ein Kätzchen gewünscht hätte. Die Antwort auf diese Frage würde er aber wohl niemals bekommen und für sich selbst dachte er, dass es bei seinem Bruder sicher anders gelaufen wäre. So hatten sie nur einen kleinen Chihuahua, der ihm gewaltig auf die Nerven ging, weil er ihn ständig anbellte, sobald er ihn auch nur sah. Als Kind hatte er keine Ahnung, warum das Tier ihm gegenüber so eine Abneigung hatte, sich bei allen anderen aber normal verhielt, da er ihm nie etwas getan hatte. Sobald er älter wurde, war es ihm klar, woher dieses Verhalten kam: von seinen Eltern. Der Hund musste instinktiv spüren, dass sie ihn ablehnend behandelten und so tat er es auch. Für ihn war er ein Eindringling, der dort nicht hingehörte und dieses Gefühl wurde dadurch in ihm selbst noch verstärkt. Und dafür begann er den Hund irgendwann zu hassen, obwohl er im Grunde nichts dafür konnte.
Mit der Zeit wurde ihm auch klar, warum seine Familie keine Katze haben wollte. Im Gegensatz zu Hunden waren diese nun einmal nicht so einfach zu erziehen. Sie waren stur und eigenwillig, taten nicht das, was andere ihnen sagten, sondern das, was sie wollten - an sich genauso wie er und somit lag der Grund auf der Hand. Sie wollten einfach nicht zwei rebellische Wesen in ihren eigenen vier Wänden haben, da sie mit einem schon überfordert waren. Zumindest war es das, wie er darüber dachte und er war sich fast sicher, dass es auch so war.
Seine Gedanken wurden allerdings in dem Moment beendet, als August ihm eine Antwort auf die Frage gab, warum er überhaupt hier war und er sah ihn doch ein wenig überrascht an, als herauskam, dass es wegen dem Kätzchen war. Denn das bedeutete, dass er wohl öfter hier sein musste, sonst wüsste er nicht, dass sie hier war. Ihm lag bereits die Frage auf der Zunge, wie er es schaffte, immer wieder herzukommen, doch er hielt sie zurück. Er war sich nicht sicher, ob er die Antwort darauf wirklich hören wollte, denn wenn herauskam, dass ihm dieser Ort nicht so viel bedeutete wie ihm und er es deswegen ertrug, hier zu sein… Es würde ihn verletzen und genau davor wollte er sich schützen.
“Würdest du ab und zu mal an einen Schirm denken, müsstest du jetzt nicht hier sein.”
Crispin kannte den Engel und wusste einfach, dass er diesbezüglich ziemlich vergesslich war. War dies nicht unter anderem auch ein Grund, warum sie den einen oder anderen Tag bei Regen hier verbracht hatten? August wollte nicht, dass er bei strömendem Regen raus ging. Zumindest nicht, wenn er es verhindern konnte und da sie beide keinen Schirm hatten - er mit Absicht und der andere aus Vergesslichkeit - saßen sie hier ein ums andere Mal sozusagen fest. Was ihm nichts ausmachte. Ihm war egal, wo sie waren und ihre Zeit verbrachten, solange August nur bei ihm war. Nun war er sich allerdings nicht sicher, ob er froh darüber sein sollte, dass seine Vergesslichkeit heute ebenfalls zugeschlagen hatte oder nicht und sie somit genau wie damals hier fest saßen. Auch wenn es für ihn nun ein Leichtes wäre, einfach zu gehen. Der Schwarzhaarige würde ihn inzwischen mit Sicherheit nicht mehr aufhalten, um zu verhindern, dass er krank wurde. Jedoch konnte er sich so auch relativ sicher sein, dass August nicht einfach verschwand, wenn er ihm von seinem Verdacht, was Aspen betraf, erzählte.
Dieses Vorhaben wurde jedoch erst einmal in den Hintergrund gedrängt, als August ihn an die Situation bei dem Wohltätigkeitsball erinnerte und er presste die Lippen aufeinander. Er konnte nicht genau sagen, ob es genau an dieser Situation lag, dass er davon ausging, Aspen wäre der Ersatz für ihn. Es lag wohl eher daran, dass er neidisch auf den anderen Engel war, weil er im Moment etwas hatte, was ihm verwehrt blieb: Das Privileg mit August Zeit zu verbringen. Und um sich das nicht anmerken zu lassen, fuhr er lieber die sprichwörtlichen Krallen aus und stellte Behauptungen auf, die so vermutlich gar nicht stimmten, denn er wusste noch sehr genau, was der Engel ihn an diesem Abend gesagt hatte. Doch wenn er jetzt daran dachte, wurde ihm das Herz schwer, weil es nichts änderte…
“Ist mir im Grunde auch völlig egal, was er für dich ist. Mach mit ihm, was du willst”, meinte er nicht einmal halb so angriffslustig, wie er es eigentlich wollte und schaute dabei aus dem Fenster. Draußen regnete es noch immer in Strömen - so als spiegelte das Wetter genau das wieder, was in ihm vorging, denn im Moment fühlte es sich an, als würden ihn die Eindrücke dieses Ortes, die Erinnerungen und Augusts Anwesenheit, unter sich begraben und nie wieder aufstehen lassen.
Augusts folgende Worte bekam er zwar mit, doch sie brauchten einen Moment, um vollkommen bei ihm anzukommen, da er für einen Augenblick zu vertieft war, um sie sofort zu realisieren. Er schaute wieder zu ihm, doch bevor er etwas darauf sagen konnte, stand der Engel bereits vor ihm und das näher als erwartet. Crispin sog leise die Luft ein und biss die Zähne zusammen, während der andere versuchte, das Kätzchen von seiner Schulter zu holen. Das nahm er allerdings nur am Rande wahr, da ihn Augusts Nähe und der Duft nach Vanille, der von ihm ausging, direkt wieder in den Bann zogen.
“Scheinbar will sie da bleiben, wo sie ist”, konnte er sich dann doch nicht ganz verkneifen, zu erwähnen, während er zu ihr sah. Was er sich vermutlich auch hätte sparen können, aber sein Kopf machte im Moment nicht so ganz das, was er sollte, nämlich richtig denken. Zu seinem Pech zeigte das Kätzchen anschließend noch zusätzlich, wie viel lieber sie da blieb, wo sie war, indem sie nicht nur seine Schulter sondern auch die von August in Beschlag nahm und es ihnen beiden somit unmöglich machte, sich großartig voneinander wegzubewegen, wenn sie die Kleine nicht gerade fallen lassen wollten. Automatisch schlug sein Herz einige Takte schneller, als er sich der Nähe des anderen und dessen Wärme nun noch ein wenig mehr bewusst wurde, als Augusts Hand auf seiner Brust lag. Crispin hoffte, dass sie weit genug entfernt lag, damit der andere nicht merkte, wie er auf ihn reagierte, ohne dass er etwas dagegen tun konnte. Einerseits konnte er nicht leugnen, dass er es genoss - sein egoistischer Teil wollte genau das - aber andererseits verfluchte er sich auch genau dafür. Die Zeit und die Chance, dass er die Anwesenheit des Engels und dessen Berührungen wirklich genießen konnte, waren vorbei und in einer Situation wie dieser, wo ihnen nichts anderes übrig blieb, schmerzte es nur umso mehr, dass er sich dennoch mehr als alles andere danach sehnte.
“Glaub mir, ich könnte mir auch was weit besseres vorstellen, als in dieser Lage mit dir festzusitzen.”
Lüge. Aber zuzugeben, dass er es durchaus genoss, war unmöglich. Er würde August diese Schwäche nicht gestehen und so war es besser auf Angriff zu schalten, da es ihn auch ein wenig verletzte, dass der andere diese Situation alles andere als toll zu finden schien.
Was direkt im nächsten Augenblick direkt wieder in Frage gestellt wurde, als er den leichten Rotschimmer auf den Wangen des Engels bemerkte, bevor dieser seinen Blick von ihm löste und geradeaus sah. Unwillkürlich biss er sich auf die Unterlippe und war froh, dass diese Reaktion nicht bemerkt wurde, da August sein Gesicht noch weiter senkte.
Es wäre so einfach seinem Egoismus in dieser Situation noch einmal freie Hand zu lassen und der Wunsch danach machte sich sofort in ihm bemerkbar. Er verstärkte den Druck auf seine Lippe, um ihn zu verdrängen, denn es war doch mehr als falsch, auch nur daran zu denken. Vor allem nach ihrem letzten Streit. Erleichtert atmete er aus, als August ihn bat, die Katze von seiner Schulter zu nehmen. Am liebsten hätte er sich geweigert, doch würde dies dem widersprechen, was er eben noch gesagt hatte. Und so löste er seinerseits seinen Blick von ihm und heftete ihn auf die Katze. Vorsichtig hob er die Arme, um nach ihr zu greifen.
“Komm her, Süße. Es gibt sicher besser Orte, um es sich gemütlich zu machen.”
Kaum versuchte er sie hochzuheben, fauchte sie ihn, genau wie August zuvor, leise an und krallte sich zusätzlich in die Schulter des anderen, sodass er den Versuch abbrach und mit einem leisen Seufzen wieder zu seinem Gegenüber sah.
“So viel dazu, sie mag mich. Scheint eher so, als würde sie uns beide mögen.”
Crispin presste die Kiefer aufeinander, da ein weiteres Mal der Wunsch in ihm aufkaum, diese Situation auszunutzen. Doch er versuchte es zu ignorieren und stattdessen an das zu denken, worauf er den Engel angesprochen und auf das er noch keine Antwort gegeben hatte.
“Da wir nun aber scheinbar weiterhin so bleiben müssen… Ich wäre mir an deiner Stelle nicht so sicher, dass Aspen kein Verräter ist. Findest du es nicht seltsam, dass dein Bruder in etwa zu der Zeit aufgetaucht ist, in der Rixon mir geholfen hat?”
Natürlich konnte es nur ein Zufall sein und er war sich fast schon sicher, dass August ihm genau das vorwerfen würde, weshalb er seine Anschuldigung noch ein wenig untermauerte, indem er das Gespräch erwähnte.
“Aber vielleicht meinte er auch einen anderen August, als er vor ein paar Minuten unter dem Fenster telefoniert hat und meinte, er würde notfalls dem hohen Rat einfach erzählen, dass besagter August vor hat, mit dem Bengel durchzubrennen”, zitierte er, was Aspen am Telefon gesagt hatte. Dass es auch sehr wahrscheinlich um ihn ging und er vor allem deswegen den Verdacht hatte, dass der andere Engel mit Rixon unter einer Decke steckte, verschwieg er. Mit dieser Information kam er selbst noch nicht wirklich klar, da es bedeuten würde, dass er von dem Dämon manipuliert wurde und vielleicht nichts von dem stimmte, was dieser ihm erzählt hatte. Crispin wusste nicht, wie er damit umgehen sollte und wollte im Augenblick auch nicht genauer darüber nachdenken und so hoffte er einfach, dass diese Info August bereits reichte, um sein Misstrauen zu verstehen.

@August Williams



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#7

RE: Innenbreich

in • Verlassenes Atelier 01.05.2018 00:43
von August Williams | 320 Beiträge
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Playstatus HP {mit Crispin} || NP {Frei}

Wann genau er das erste mal nach ihrer Trennung hierher gekommen war, wusste er nicht mehr ganz genau. Er nahm an, dass es irgendwann Anfang Frühling war, vielleicht aber auch schon Sommer. Damals hatte er jegliches Zeitgefühl verloren gehabt und sich dagegen gesträubt sich in diesem Körper an seine neue Umwelt anzupassen. In eine Welt ohne der Person, die ihn am meisten bedeutete, ihm Kraft und Halt gab, den er gerade zu diesem Zeitpunkt so dringend nötig hatte wie noch nie. Lange dauerte es, bis er sich an Orte, die sie gemeinsam besucht hatten, wagte und das Atelier - ihre eigenen vier Wände - war mit Abstand die schwerste Überwindung von all dem. Den genauen Grund dafür, ausgerechnet davor zu stehen und die alten Backsteinwände zu mustern, kannte er nicht… oder wollte ihn nicht kennen, denn in dem Fall, hätte er wohl zugeben müssen, dass ein Teil von ihm noch immer an der Vergangenheit hing und sich nach etwas sehnte, das schon längst aus und vorbei war und nichts mehr in diesem “neuen Leben” zu suchen hatte.
Das erste Mal war somit reiner Zufall und eher ein Versehen, mit dem Vorwand, er wäre nur in der Gegend gewesen und irgendwie, aus unerfindlichen Gründen, ausgerechnet hier gelandet. Konnte schon mal passieren oder? Um sich nicht länger mit der Vergangenheit zu quälen, empfand er es damals besser, sofort wieder zu verschwinden und nachdem er ein trauriges Lied am alten, verstaubten Klavier angestimmt hatte, schrie jede Faser seines Körpers danach diesen Ort für immer zu verlassen, wenn er Crispin jemals vergessen wollte. Dass er unten vor dem Atelier ausgerechnet einen Karton mit einem kleinen schwarzen Kätzchen fand, dass fortan seine neue Ausrede für seine Besuche war, konnte er zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnen. Das arme Ding war vielleicht 2 Wochen alt und es brach sein Herz, dass irgendjemand das Tier einfach hier gelassen hatte. August selbst hatte nie Haustiere, aber das hieß nicht, dass er keine Tiere mochte und so beschloss er, dem Babykätzchen zu helfen und es jeden Tag zu besuchen - so gut es eben ging. Zwar erforderte es sehr viel Selbstüberwindung hier aufzutauchen, aber gerade die ersten zwei Monate, kümmerte sich der Engel liebevoll um die Kleine, die es dringend nötig hatte verpflegt zu werden. Aus dem Karton und einer alten Decke wurde etwas wie ein Bett und das Katzenfutter “finanzierte” er anfangs durch nächtliche Spaziergänge durch 24/7-Shops mit übermüdeten Kassierern, die nicht genau darauf achteten, wenn ein Student mit 6 Dosen Katzenfutter unter der Jacke hinaus spazierten. Damals war ihm das Konzept von einer Kreditkarte, die seine Hülle besaß, absolut fremd und er dachte lange, dass er ewig auf diese Weise Essen beschaffen musste, bis er an einem glücklichen Tag mitbekam, wie jemand aus seiner Vorlesung mit einer Plastikkarte auf magische Weise Geld aus einem Automaten zauberte. Den genauen Vorgang dieser Automaten verstand er bis heute nicht, aber fest stand, dass er ab diesem Zeitpunkt nicht mehr klauen musste, um zu überleben.
Über mehrere Monate kümmerte er sich also um die Miniatur-Raubkatze und musste seine Besuche jedoch mit der Zeit reduzieren, denn irgendwann nahm sein neues Leben viel mehr Aufmerksamkeit in anspruch als er anfangs gedacht hätte. Universitäten mochten zwar hoch angesehen sein und es wurde viel mit ihnen geprahlt, aber eine nette Warnung, was die unmengen an Stress anging, wäre ihm um einiges lieber gewesen. Mal ehrlich, wie waren Menschen dazu in der Lage zu lernen, zu jobben UND Freunde zu treffen? Manchmal fühlte er sich in der Hinsicht unterlegen und er war immerhin das übernatürliche Wesen hier.

“Danke, ich weiß, dass ich vergesslich bin.”, sagte er genervt und blähte dabei etwas die Wangen auf, was ihn trotziger wirken ließ. “Hätte ich gewusst, dass du hier bist, wäre ich sowieso nicht hinaufgegangen…” Was natürlich nicht stimmte. August hasste das Gefühl von nassen Klamotten und er musste doch das Kätzchen füttern und es ins Trockene bringen. Normalerweise fand sie ihren eigenen Weg in’s Atelier - meistens durch eines der Fenster - aber wenn es so regnete, wartete sie meistens geduldig auf den Schwarzhaarigen und genoss es regelrecht, wenn er sie hoch nahm und sie die Treppe hinauf trug. Aber so gern er auch alles für sie tat, er fühlte sich gerade ernsthaft von ihr betrogen. Nicht nur, dass sie einfach - ohne zu zögern auf den Dämon zugerannt war - nein, sie stellte sich komplett gegen ihn und zwang ihn regelrecht dazu, dem anderen so nahe zu sein. Irgendetwas sagte ihm, dass der Kleinen durchaus bewusst war, wie sie zueinander standen und er wusste nicht, ob ihm das gefiel, denn nein, er sollte nicht mehr so nahe bei Cris sein und seine Hände seine Brust entlang zu seiner freien Schulter gleiten lassen, die ganz am Rande gesagt, ebenso muskulös war wie der Rest seines Körpers - was ihm gar nicht auffallen sollte, verdammt!
“Mhm, ja scheint so. Sie liegt gerade ziemlich bequem.”, murmelte er vorwurfsvoll und sah zu ihr, wie sie äußerst zufrieden zwischen ihnen schnurrte und ihr Schweif dem Dämon über den Hals strich, was August etwas zum Schmunzeln brachte. Oh Gott, er wünschte, er wäre nicht mehr so sauer auf den Jüngeren, dann könnten sie über diese Situation jetzt herzhaft lachen. Dass Cris diese verhältnismäßig intime Situation dazu ausnutzte, mit ihm über Aspen zu sprechen, fand der Engel höchst unfair, denn wie konnte er sich auf etwas anderes als die Lippen und den Duft des anderen konzentrieren - ersteres so nahe, dass er seinen Hals nur strecken müsste um zu- Stopp, nein. Aus. August, mach Platz. Und dann noch dieser Duft… Sein Hirn drohte komplett abzuschalten und alles seinen Instinkten zu überlassen, aber der kleine Funken an Vernunft hielt ihn davon ab, etwas zu tun, dass er später bereuen würde. Er brauchte einen Moment um das Gesagte zu verarbeiten und zögerte etwas mit seiner Antwort, denn wie kam Cris bitteschön darauf, dass sein Bruder, der ihm so viel geholfen hatte, ein Verräter war? “Was soll das schon wieder? Wie kommst du auf so einen Schwachsinn?!”, zischte er leise, darauf achtend, dass das Kätzchen sie nicht an fauchte, wenn sie so miteinander sprachen. “Erst hintergehst du mich und dann versuchst du mich auch noch gegen meine eigenen Geschwister zu stellen? Geht’s noch? Das kannst du vergessen! Aspen ist eine große Hilfe für mich, denn dich interessiert es offenbar nicht, wie es Leuten, die dir nahe stehen und dir etwas Gutes tun wollen, geht!”, sagte er in einem verletzten Ton und musste den Blick erneut abwenden. Bei dem Namen des Dämons - er schloss einfach aus dem Kontext, dass es sich um diesen handelte - lachte er bitter auf. “Oh, Rixon also. Sag mir, wie hat er dir geholfen? Was hat er dir gegeben, was ich nicht konnte. Weiß er zum Beispiel wie gerne du deine verdammten Lollis ist und bringt dir davon ein ganzes Glas, wie ich es getan habe? Oder weiß er, dass du an Regentagen am liebsten mit einer Decke am Fensterbrett sitzt und dort stundenlang Musik hörst, bis du einschläfst?” Ja, das klang vielleicht nach Eifersucht, aber das war er keinesfalls… vielleicht doch, ein bisschen, aber das konnte ihm doch niemand übel nehmen, nachdem er sich so lange und so liebevoll um den anderen gekümmert hatte. Und einfach so ersetzt zu werden… das schmerzte nach wie vor. “Ich habe nichts mehr, Cris. Und jetzt willst du mir auch noch meinen einzigen Freund nehmen?”, fragte er leise und kaute auf seiner Lippe. Was blieb ihm denn noch? Rein gar nichts…
Das mit dem Telefonat konnte frei erfunden sein, keine Frage. Aber die Erwähnung des hohen Rates war es, was ihn stutzig werden ließ, denn es war kein Begriff, den der Dämon so aus dem Alltag kannte. Selbst August hatte zu ihrer Zeit nie von den anderen Engeln gesprochen, einfach weil er viel lieber die Zeit mit ihm genossen hatte, anstatt daran erinnert zu werden, dass er gegen die Regeln verstieß und dafür früher oder später die Konsequenzen tragen musste.
“Der hohe Rat?”, wiederholte er also ungläubig und sah den schwarzhaarigen Dämon mit hochgezogener Augenbraue und schief gelegtem Kopf an. Das machte doch gar keinen Sinn. Wieso sollte Asp so etwas sagen? Er hatte keinen Grund dazu. Sie hatten sich doch immer recht gut verstanden und niemals gestritten, geschweige denn, einander einen Grund zum Misstrauen gegeben. Im Gegensatz zu Crispin und ihm, deren Beziehung durch Misstrauen und Verrat in die Brüche ging… aber gleichzeitig immer wieder auf’s neue ergriffen wurde, nur um wieder zerstört zu werden. Wer wusste schon, wie lange sein Herz das noch mitmachen würde? August jedenfalls hatte es es satt. “Jetzt mal ernsthaft.”, fing er an und streifte sanft die Finger des Dämons, als er die Hand von dessen Schulter nahm, um sie zu senken. “Nenne mir einen Grund, weshalb ich dir das glauben sollte - denn du hast mir genügend gegeben, um dir zu misstrauen.” Das Traurige war, dass er tatsächlich bereit war ihm zu glauben, sofern er einen triftigen Grund nennen konnte und das selbst nach all dem, was sie durchgemacht hatten. Seine Hände suchten nach dem Saum seines Shirtes, den er fest umklammerte und dadurch etwas daran zog. “Du weißt, dass du mich komplett damit zerstören könntest, wenn das eine Lüge sein sollte. Auch wenn du mich noch so sehr hasst...Das wäre zu viel für mich.”, erinnerte er ihn und wusste gar nicht so recht, weshalb er seinem Feind seine Schwächen erläuterte, die er sofort gegen ihn richten konnte. Möglicherweise lag es daran, dass sein Herz, trotz allen Differenzen, trotz des ganzen Schmerzes, sich immer noch nach der Liebe und der Zuneigung von früher sehnte und es dabei dumm genug war, immer wieder auf die hoffnungsvollen Wörter des anderen hinein zu fallen…


@Crispin Cipriano


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#8

RE: Innenbreich

in • Verlassenes Atelier 02.05.2018 20:46
von Crispin Cipriano | 655 Beiträge
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Eigentlich sollte sich Crispin über die abweisenden Worte des Engels nicht mehr wundern. Sie sollten ihm nichts mehr ausmachen, ihn nicht verletzen, da er in den letzten Wochen eigentlich bei jedem ihrer Aufeinandertreffen so etwas gehört hatte. Und doch konnte er nicht verhindern, dass sie ihn immer wieder aufs Neue kalt erwischten und trafen. August ging ihm lieber aus dem Weg, wollte nicht in seiner Nähe sein, wo er doch am liebsten die ganze Zeit bei ihm sein würde und sich so sehr nach seiner Nähe sehnte, dass er auch die letzten Nächte wieder kaum ein Auge zugetan hatte. Es schmerzte, das von ihm zu hören, vor allem da sie sich dennoch immer wieder über den Weg liefen und jetzt sogar in einer Situation feststeckten, aus der sie nicht herauskamen, ohne zu warten, bis das Kätzchen es sich anders überlegte oder sie den Fellball von ihren Schultern vertrieben. Letzteres lag ihnen scheinbar beiden fern und so waren sie gezwungen, zu bleiben, wie sie waren.
Wäre die Situation zwischen ihnen anders, hätte er bei dem trotzigen Gesichtsausdruck vermutlich gelacht, da er ihn so sehr an die vielen Momente erinnerte, in denen August ihn ebenso angesehen hatte, nachdem er ihn mit irgendwas geärgert hatte. Nun tat ihm das Ganze eher weh und er versteckte es lieber hinter seiner angriffslustigen Fassade, hinter die er bisher nur den anderen hatte blicken lassen.
“Ach?! Und was hättest du stattdessen getan?! Dich draußen in den Regen gestellt, weil du nasse Sachen so sehr liebst?! Aber falls dich das beruhigt, würde sie mich nicht davon abhalten, wäre ich schon weg.”
Mit einer kurzen Kopfbewegung deutete er auf das Kätzchen, was auf seine Worte hin das Köpfchen leicht von Augusts Schulter hob und ihn leise anfauchte, bevor sie es sich wieder bequem machte und weiter vor sich hin schnurrte. Ein missmutiges Brummen entfuhr ihm.
“Ja ja, ist ja schon gut”, grummelte er leise vor sich hin. Er hatte den Verdacht, dass die Fellnase spürte, was zwischen ihnen war und es sich beinahe zur Aufgabe gemacht hatte, eine Art Verkuppler zwischen ihnen zu spielen. Anders konnte er sich den Protest ihrerseits und diese ganze Aktion, dass sie noch immer auf ihnen lag, nicht erklären. Nur leider würde sie da mit Sicherheit nicht weit kommen…
Crispins Aufmerksamkeit wurde wieder auf den Schwarzhaarigen gelenkt, als dessen Hand zu seiner Schulter wanderte und er merkte, wie dieser zögerte, als es um seine Anschuldigungen gegenüber Aspen ging. Warum er zögerte, wusste er nicht, denn eigentlich hatte er damit gerechnet, direkt eine Erwiderung zu bekommen und sich anzuhören, dass er Schwachsinn erzählte. Allerdings gab ihm dieses Zögern auch noch einmal Zeit sein Gegenüber zu betrachten, ohne sich Gedanken über die Vorwürfe zu machen, die mit Sicherheit kommen würden. Von den Haaren, deren schwarze Farbe ihm so viel mehr zusagte, als das verwaschene blau-grün, das sie noch vor kurzem hatten und die in ihm den Wunsch weckten, dem Engel einige der vorwitzigen Strähnen aus den Augen zu streichen, über genau jene Augen, die ihn so lange liebevoll und verständnisvoll angeblickt hatten, die jetzt aber so oft nur noch Ablehnung und Wut für ihn übrig hatten und in denen er dennoch am liebsten versinken und nie wieder auftauchen wollte. Bis hin zu den vollen Lippen, die seinen Blick ganz automatisch anzogen und in ihm wieder was Bedürfnis aufkommen ließen, diese mit seinen zu verschließen. Crispin biss sich erneut auf die Unterlippe, um sich davon abzuhalten, die letzten Zentimeter Abstand zwischen ihnen zu überwinden, indem er sich noch ein Stück verbeugte. Würde er dies tun, wäre es sein Untergang, denn er könnte sich mit Sicherheit nicht bremsen, wenn er August noch näher kam, da ihm der süße Vanilleduft so schon beinahe den kompletten Verstand raubte.
Er riss seinen Blick los und sah August wieder in die Augen, als ihn der erste Vorwurf traf, auf den er gewartet hatte und der genauso ausfiel, wie vermutet. Sofort waren all die Gedanken und Gefühle von eben vergessen und machten wieder der Wut Platz, die er auch dem Engel gegenüber inzwischen so gut kannte.
“Vielleicht solltest du in dem Punkt einfach nicht so leichtgläubig sein! Nur weil er dir hilft, heißt das nicht, dass er auf deiner Seite ist! Genauso gut kann er irgendwelche Hintergedanken dabei haben. Oder kannst du das wirklich vollkommen ausschließen?!”
Dass dies auch auf ihn und Rixon zutreffen konnte, ignorierte er, auch wenn es so wahr, sollte sich sein Verdacht als wahr herausstellen. Crispin wollte jedoch über die genauen Konsequenzen noch nicht nachdenken. Das konnte er machen, wenn er Gewissheit hatte, mit wem Aspen telefoniert hatte, auch wenn es fast kein anderer als der Dämon sein konnte.
Bei den folgenden Fragen, die August ihm ebenso vorwurfsvoll entgegenbrachte, presste er die Lippen aufeinander und musste seinerseits den Blick abwenden und heftete ihn auf den Boden neben ihnen. Vermutlich war es ein Fehler Rixon zu erwähnen, auch wenn er Teil seines Verdachts war. Dennoch wollte er ungern über ihn reden, denn das hieße, dass er sich mit seinen eigenen Handlungen des letzten Jahres auseinandersetzen und diese dem Engel gegenüber rechtfertigen musste - und das, wo er durch das Telefonat langsam das Gefühl bekam, eventuell den größten Fehler seines Lebens begangen zu haben, als er dem Dämon sein Vertrauen schenkte.
“Nein, hat er nicht… Und ich hätte es auch nicht gewollt… Er hat mir einfach nur dabei geholfen, das zu werden, was ich bin.”
Diese Kleinigkeiten - sowohl die Sache mit den Lollis als auch, dass August ihn immer ins Bett getragen hatte, wenn er ihn schlafend auf der Fensterbank entdeckte - waren Dinge, die er mit der Zeit mit dem Engel verband und nie im Leben hätte er gewollt, dass jemand anders diesen Platz einnahm. Lieber verzichtete er auf diese kleinen Gesten, als diese Art von Aufmerksamkeit von jemand anderem zu bekommen. Er wollte den anderen nicht ersetzen und konnte es auch gar nicht, da es gab niemanden, der wie er war oder ihn auch ohne Worte so gut verstand.
Crispins Herz schnürte sich zusammen, als er die leisen Worte und den verletzten Tonfall hörte. Es war beinahe zu viel für ihn und wieder einmal konnte er nicht glauben, dass dies alles vielleicht gespielt sein könnte. Welch guter Schauspieler müsste man sein, um einem so gut etwas vormachen zu können? Für diesen Moment wollte er einfach glauben, dass es der Wahrheit entsprach und am liebsten hätte er alles dafür getan, um August klar zu machen, dass er nicht log und es auch keinen Grund gab, um eifersüchtig zu sein, da er - trotz allem was war - noch immer alles war, was er wollte. Allerdings kam er nicht dazu, etwas dazu zu sagen, da der andere bereits weitersprach und dabei wurde Crispin klar, dass er doch nicht darum herum kam, August auch noch von dem Rest des Telefonats zu erzählen.
Bevor er jedoch dazu ansetzen konnte, hob er seinen Blick wieder und sah den Schwarzhaarigen an, als sich dieser ihm gegenüber so verletzlich zeigte, wie er es in diesem Augenblick nicht erwartet hätte. Es wäre schließlich ein Leichtes für ihn, genau das gegen ihn zu verwenden, doch das lag ihm fern und als er ihn so sah, wie er sich krampfhaft an sein Shirt klammerte, war es mit seiner mehr als brüchigen Selbstbeherrschung vorbei. Ohne auch nur eine Sekunde darüber nachzudenken, welche Folgen es haben könnte, wenn er seinen Egoismus von der Leine ließ - und sei es auch nur kurz - legte er eine Hand auf Augusts Wange, überbrückte die letzten Zentimeter und küsste ihn sanft. Sofort machte sich ein angenehmes Kribbeln in seinem Bauch breit und Cris schloss die Augen, um dieses Gefühl und das der weichen Lippen an seinen einen Moment lang voll und ganz auszukosten.
Als er sich bewusst wurde, was er gerade tat, löste er sich wieder von dem Engel, nahm seine Hand herunter und senkte den Blick ein weiteres Mal, während er sich auf die Unterlippe biss. Wie konnte August nur glauben, er würde ihn hassen, wenn sich alles in ihm nach seiner Nähe sehnte und ihn dazu drängte, weiterzumachen? Aber er riss sich zusammen, legte seinen Egoismus wieder an die Kette, bevor er doch noch mehr tat, was er anschließend vielleicht bereuen musste. Und als hätte das Kätzchen nur auf so etwas gewartet, erhob sie sich, machte einen Buckel während sie sich streckte und nahm anschließend ihre Vorderpfoten von Augusts Schulter, um sich herumdrehen zu können und es sich stattdessen in der Kapuze seines Hoodies bequem zu machen, in die sie mit ihrer geringen Größe perfekt rein passte. Am liebsten hätte er darüber gelacht, doch stattdessen nutzte er die Chance, um zumindest einen Schritt nach hinten zu treten und dem anderen nicht mehr ganz so nah zu sein, wie in den letzten Minuten.
“Ich würde dich diesbezüglich niemals anlügen”, setzte er leise an, um sich noch weiter zu erklären, auch wenn sich ein Teil von ihm dagegen sträubte, auszusprechen, was noch während des Telefonats gesagt wurde. Doch wenn er August davon überzeugen wollte, dass er sich das Ganze nicht nur ausgedacht hatte, hatte er keine andere Wahl.
“Mal davon abgesehen, dass er meinte, du würdest dafür für immer verbannt werden und dein Allerliebster bis an sein Lebensende hassen, hat er auch über mich gesprochen…”
Crispin hob seinen Blick, sah wieder zu dem anderen, während er noch immer mit sich rang, da er keine Ahnung hatte, wie er damit umgehen sollte, wenn es stimmte, was er gehört hatte.
“Er hat den anderen gefragt, ob er den Kleinen auch mit genügend Gedanken gefüttert hätte… Und um wen sollte es dabei gehen, wenn nicht um mich…”
Nachdem er dies ausgesprochen hatte, fühlte er sich keineswegs erleichtert, wie es so oft der Fall war, wenn man etwas aussprach, was einen beschäftigte und er ertrug es auch nicht August weiter anzusehen. Er wollte die stumme Anschuldigung in seinen Augen nicht sehen, da ihn diese nur noch mehr zu schaffen machen würde, als die Vermutung, dass er benutzt wurde. Automatisch ballte er die Hände zu Fäusten, bevor er weitersprach.
“Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, was ich denken oder glauben soll, aber wenn das alles wirklich so stimmt, dann…”
Crispin traute sich nicht, es auszusprechen, seine stille Hoffnung, dass sie vielleicht doch eine Chance hatten, in Worte zu fassen, aus Angst, dass diese nur wieder zerstört wurde. Stattdessen sprach er aus, was ihm noch durch den Kopf ging, um herauszufinden, ob das alles der Wahrheit entsprach oder nicht.
“Die einzige Möglichkeit, die ich sehe, um herauszufinden, ob es stimmt, wäre an Aspens Handy heranzukommen und dort nachzusehen, ob sich Beweise dafür finden lassen.”
Er sah wieder zu dem Engel vor ihm und tief in seinem Inneren hoffte er, dass dieser ihm dabei half, denn ohne ihn würde es für ihn äußerst schwer, wenn nicht sogar unmöglich werden, an das Handy heranzukommen.

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#9

RE: Innenbreich

in • Verlassenes Atelier 06.05.2018 10:30
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“Leichtgläubig? Ernsthaft?! Das kommt ausgerechnet von dir?” Nicht zu fassen, dass er ihm das vorwarf! War es doch eher, dass der Engel bei seiner Beziehung zu dem Jüngeren naiv und anscheinend blind vor Liebe gewesen. Sein Vertrauen in den anderen zu stecken war sein größter Fehler seines Nachlebens gewesen und es hatte ihm so viele Schmerzen bereitet, das einzige, das er wirklich liebte, auf diese Art und Weise zu verlieren.
“Oh, und dein Dämon hatte keine Hintergedanken? Hast du dich das schon einmal gefragt?”, konterte er und es erforderte dabei keine gute Menschenkenntnis um herauszuhören wie sehr ihm die Beziehung zwischen den beiden missfiel. Ein Dämon, der einem Menschen half. Also wenn das nicht nach irgendwelchen Hintergedanken schrie, dann wusste er auch nicht - es sei denn, die beiden hatten tatsächlich eine engere Beziehung zueinander. Die Vorstellung ließ ihn nahezu kochen vor Wut und Eifersucht und automatisch griff er fester nach dem anderen, fast schon, als wollte er zeigen, zu wem Crispin wirklich gehörte, obwohl das gar kein Thema mehr zwischen ihnen sein sollte.
Die Argumente waren milde gesagt einfach nur mies und August war bereit diese Diskussion zu beenden, indem er die Katze an sich nahm, um sich endlich von dem anderen lösen zu können, doch Crispin kam ihm zuvor und überraschte ihn mit seinen Lippen, die sich an die des Älteren drückten - und das so sanft, dass er einen leisen Laut von sich gab und sich dabei mehr an ihn klammerte als zuvor schon. Im ersten Moment reglos, erwiderte er den Kuss im nächsten und war hier und jetzt bereit alles zu glauben, was der andere sagte, denn wenn das kein triftiger Grund dafür war ihm zu vertrauen, dann wusste er auch nicht. Genau diese Einstellung war allerdings schlecht und der Grund, weshalb er den anderen damals in der Gasse nicht beseitigen und seine Aufgabe erfüllen konnte. So war er ausgeliefert und entkräftet - seine Defensive komplett am Nullpunkt und das nur durch die Nähe des anderen, die ihn nahezu benommen machte. Fast schon automatisch wanderte seine Hand hinauf zu seinem Nacken, zog ihn näher an sich und fuhr ihm dann durch das Haar. Unfähig aufzuhören, als hätte er eine furchtbare Sucht, gab er einen nahezu wimmernden Ton von sich, als sich der andere von ihm löste. “Nicht...”, flüsterte er und in diesem Moment hatte Nicht mehrere mögliche Bedeutungen. Entgegen dem, was er wirklich sagen wollte, biss er sich auf die Unterlippe und schwieg. Viel zu schnell war es vorbei und er wünschte sich so sehr, dass sie alles vergessen und einfach weitermachen konnten. Als wäre nichts gewesen, wandte der andere den Blick ab und August fühlte sich einfach… dumm. Wieder einmal wurde er einfach nur durch eine kleine Geste wie diese komplett aus der Bahn geworfen und es gab für ihn keine Zweifel, dass Crispin das wusste und zu seinem Vorteil ausnutzte. “Mach so etwas nie wieder, hörst du? Nicht, wenn du es nicht so meinst...” Denn es macht mir schwer dich zu vergessen. So gerne er auch die Lippen des anderen spürte - es schmerzte furchtbar zu wissen, dass er es nur tat, um den Engel von etwas zu überzeugen. Was aber noch viel schmerzhafter war, war das Verlangen nach mehr.
Überrascht über die Reaktion des Kätzchens, dass offenbar nur auf diesen Moment gewartete hatte, trat er ebenfalls einen Schritt zurück. Die Hände, die Crispin vorhin noch näher zogen, drückten ihn fast schon weg und der sehnsüchtige Blick des Engels, war nun stur auf den Holzboden gerichtet. Distanz einzunehmen war wohl das Sinnvollste, wenn sie ein ernstes Gespräch führen wollten. Der kleine Flauschball hatte sich inzwischen wohl den besten Platz auf der Welt gefunden und vielleicht war der Engel gerade ein wenig neidisch.
Schweigend hörte er dem Rest der Gesichte zu und fand es schwer dem ganzen keinen Glauben zu schenken. Bei der Erwähnung seines Allerliebsten, zuckte er etwas zusammen. "Tja, mit dem hat er wohl recht.", murmelte er leise. Jedoch für immer verbannt werden…? August hatte nicht vor mit Crispin durchzubrennen - nicht, wenn er ein Dämon war. Das machte alles gar keinen Sinn! “Natürlich würde ich verbannt werden, das weißt du doch genau - das haben wir doch schon mal besprochen.”, erinnerte er ihn. Nur mit dem feinen Unterschied, dass es ihm damals egal war und er nur zu recht den Himmel verlassen hätte. Jetzt sah das ganze selbstverständlich anders aus… oder? Wie auch immer, es machte trotzdem keinen Sinn, dass sein Bruder mit jemandem darüber sprach, wo es doch eigentlich Schnee von gestern war und sich niemand mehr darum sorgen sollte, dass August mit irgendjemandem vor hatte abzuhauen. Wieso sollte Asp also so etwas behaupten? Sie verstanden sich doch prächtig und sie hatten damals oft gemeinsam trainiert. Nie gab es Streit zwischen ihnen.
“Fragst du mich gerade indirekt, ob ich Aspen das Handy klauen könnte?”, fragte er ungläubig und zog die Augenbrauen zusammen. “Ich klaue nicht.” Die Einsicht kam schnell und bevor der andere widersprechen konnte, ergänzte er seine Aussage schnell. “Nicht immer! Nur wenn es nicht anders geht.” Wie zum Beispiel, wenn er Cris eine Freude machen wollte oder eben wie am Anfang bei dem Kätzchen, was aber nur daran lag, dass er wirklich nicht wusste, wie das mit der blöden Kreditkarte funktionierte. Ein Handy zu entwenden war da schon eine ganz andere Sache und dann auch noch von jemanden, der fast schon wie eine Familie für ihn war. “Vergiss es, ich werde ihn selbst fragen. Und dir damit beweisen, dass er unschuldig ist, wenn du schon so sehr darauf bestehst. Denn für mich klingt das nach einem Plan, mich wieder in Schwierigkeiten zu bringen.” Aspen würde ihn umbringen, wenn er herausfand, dass er ihn wegen irgendeines Verrats bezichtigte und diesen Gedanken ausgerechnet von einem Dämon eingepflanzt bekommen hatte. Trotzdem musste August zugeben, dass das alles irgendwie seltsam klang und ein mulmiges Gefühl in ihm hinterließ. Das Gespräch klang nicht erfunden und wenn, dann hatte der Dämon eine sehr blühende Fantasie. Er erwähnte Dinge, von denen er normalerweise gar nichts wissen konnte und sprach das nicht für die Wahrheit? Oder war sein Plan so ausgeprägt und so heimtückisch, dass er sich diesbezüglich informiert hatte, nur um es dem Engel heimzuzahlen? War Cris zu so etwas im Stande? ...August wusste einfach nicht was er glauben sollte. Würde er sein Herz fragen, dann wäre die Antwort mehr als eindeutig gewesen, aber jetzt gerade war er sich einfach nur unsicher. Außerdem machte sich in ihm ein Verdacht breit… Mal angenommen Aspen hatte zuvor wirklich ein Gespräch mit jemanden, der - wenn es so war - Crispin mit irgendwelchen Gedanken füttern sollte - dann stellte sich ihm die Frage, wer die andere Person am Apparat war. Wer hatte den Jüngeren mit Gedanken- … Als wir ins Gespräch kamen, sagte er mir Dinge über Engel, die in diesem Moment einfach so gut passten, auch auf uns…Ich habe ihm geglaubt... Es war die einzige Erklärung, die ich hatte und es hörte sich so logisch an...
Nein.
Nein, nein, nein. Das war doch sicher nur ein dummer Zufall oder? Wie gebannt, sah er den Schwarzhaarigen vor sich an, als könnte er in seinen Gesichtszügen eine Antwort, einen Hinweis finden. Jetzt alles, wofür er die letzten Monate gekämpft hatte, einfach hinzuschmeißen - dafür war er mental einfach nicht bereit. Dämonen sind böse. Dämonen sind böse., erinnerte er sich selbst und musste sich nahezu davon überzeugen, dass es sicher nur ein fieser Plan war ihn am Ende dumm da stehen zu lassen.
Die Gedanken schossen regelrecht durch seinen Kopf, vernetzten sich, bildeten neue Möglichkeiten, Verdachte und vielleicht auch erneut etwas wie Hoffnung, die so verlockend war, dass er fast nach ihr gegriffen hätte. August wurde in dem Moment indirekt vor eine Entscheidung geworfen. Sein Bruder, der Himmel und eine Chance auf einen Aufstieg - oder Crispin, die einzige Person, die ihm jemals etwas bedeutet hatte…es immer noch tat - jedoch mit dem Risiko, dass er erneut hintergangen und damit auf ewig gebrochen wäre. Der Kampf zwischen Vernunft und dem was sein Herz wollte - ein Klassiker. Wieso konnte er nicht beides haben? Oder zumindest ein bisschen von beidem? Wieso musste er auf eines komplett verzichten?
“Lass mich das alles noch einmal kurz zusammenfassen. Du behauptest, du hättest Asp, einen Engel - meinen eigenen Bruder - gehört, wie er jemandem erzählte dass er mich an den hohen Rat verraten würde, weil ich vor habe mit dir durchzubrennen? Und dass dich irgendjemand mit Gedanken gefüttert hat?” Irgendetwas stimmte nicht, passte einfach nicht. Sein Bruder würde so etwas doch niemals sagen, war er doch seine größte Stütze gewesen, als sie ihn auf die Erde gesendet hatten. Aber wenn es doch stimmte… Nein, das wollte er sich gerade nicht ausmalen. Fast schon hilfesuchend sah er den anderen an, der wohl gerade an dasselbe dachte wie er. Das konnte doch nicht alles eine Lüge sein...
“Ich helfe dir. Aber denk nicht, ich tue das für dich. Das mache ich nämlich nur aus reiner Neugier. Falls sich herausstellen sollte, dass du mich angelogen hast, werde ich Aspen von dir erzählen er wird erledigen, was ich nicht konnte.”, drohte er ausdruckslos und musste sich dabei auf die Innenseite seiner Wangen beißen, denn niemals hätte er es über’s Herz gebracht, ihn auszuliefern. Alleine die Tatsache, dass er nicht mehr existieren konnte, machte ihn krank und weckte in ihm fast automatisch den Beschützerinstinkt. So wütend und enttäuscht er auch war, den Tod des anderen wünschte er sich schon lange nicht mehr. Diese Schwäche würde er allerdings wohl niemals mit ihm teilen und es war besser, wenn der andere eingeschüchtert war. So entging er dem erbarmungslosen Schmerz, falls sich tatsächlich alles als eine Lüge vonseiten des Dämons herausstellen sollte - zumindest ein bisschen.
“Wie willst du das ganze überhaupt anstellen? Diese Dinger haben doch irgendwelche Codes oder ähnliches, damit nicht jeder Idiot geheime Nachrichten lesen kann.” So viel wusste er immerhin von den neuartigen Mobiltelefonen und er empfand es auch irgendwo als sinnvoll, dass nicht jede Person Einsicht in die Privatsphäre hatte. Nur gerade war diese Funktion eher zu ihrem Nachteil. Das Handy zu besorgen war also das geringste Problem, auch wenn es wohl schwer war jemanden wie seinen Bruder zu beklauen, der seine persönlichen Gegenstände wie einen Schatz hütete. “Wenn du willst, kann ich mich am Abend mit Asp treffen und ihm das Handy irgendwie abnehmen. Aber wie gesagt, ich weiß nicht was es dir bringt, wenn du nicht hineinsehen kannst.”, meinte er und zuckte gleichgültig mit der Schulter. "Danach kann ich entweder zu dir kommen oder wir treffen uns bei mir." Ersteres war wohl sinnvoller, denn wer wusste schon wie lange es dauern würde und Cris so ganz alleine in seinem Haus zu lassen, war ihm etwas unangenehm... vor allem, wenn er an den Fotos unter seinem Kissen dachte. "Äh... vielleicht nicht bei mir. Ich ähm... es ist unaufgeräumt. Wir gehen einfach zu dir.", beschloss er und verlagerte sein Gewicht von einem Fuß auf den anderen.
Irgendwo hatte er auch Angst davor, sollte es Cris schaffen das Handy zu entsperren… Denn egal, was in dem Moment ans Tageslicht kam - es würde ihm keineswegs gefallen.

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because when I rise... You will go down.

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#10

RE: Innenbreich

in • Verlassenes Atelier 10.05.2018 20:00
von Crispin Cipriano | 655 Beiträge
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Leichtgläubigkeit… Crispin wusste nur zu gut, dass diese neben einigen anderen eine seiner größten Schwächen war. Er würde so gut wie alles glauben, wenn man es wusste und es geschickt anstellte oder ihn im passenden Moment erwischte. Wobei er vor allem bei letzterem unwillkürlich an die Situation vor mehr als einem Jahr denken musste, als er Rixon das erste Mal begegnet war und dieser ihm all die Dinge über Engel erzählte, die ihn auch heute noch beeinflussten und ihn davon abhielten, August einfach zu glauben, wenn er ihm sagte, er hätte es damals ernst gemeint. Und auch der Schwarzhaarige schien genau daran zu denken. Es war beinahe so, als könnte er seine Gedanken lesen, aber vermutlich kannte er ihn in diesem Punkt einfach zu gut und immerhin hatte er ihm vor kurzem selbst gestanden, dass er dem Dämon einfach geglaubt hatte. Es abzustreiten wäre also mehr als sinnlos und er musste zugeben, dass er sich lange Zeit wirklich nicht fragte, warum Rixon ihm eigentlich half. Damals war sein Kopf voll von den Gedanken an Rache gewesen, durchzogen von Hass, Wut, Enttäuschung und Schmerz. Eine Mischung, die es ihm unmöglich gemacht hatte, klar zu denken und die Handlungen der Person zu hinterfragen, die ihm die Antworten auf die Fragen in seinem Kopf lieferte, die ihn fertig machten. Vor August hatte er jedoch nicht vor, dies zuzugeben. Nicht jetzt, am liebsten gar nicht, weil er sich sonst damit beschäftigen müsste, ob er anders gehandelt hätte, wenn er darüber nachgedacht hätte. Zudem machten ihn die Worte des Engels nur wieder wütend, sodass er den festeren Griff und den Hauch Eifersucht, der aus diesen herauszuhören war, gar nicht richtig registrierte.
“Darum geht es im Moment doch überhaupt nicht! Sondern darum, ob dein Bruder wirklich so nett ist, wie er tut oder du einfach nur auf ihn hereingefallen bist!”
Was so im Grunde auch nicht ganz richtig war, denn wenn sein Verdacht stimmte, steckten Aspen und Rixon unter einer Decke, auch wenn er sich noch immer nicht erklären konnte, wie dies möglich war. Dass es durchaus sein konnte, dass sich Engel und Dämonen nicht zwingend auf der Stelle gegenseitig auslöschen wollten - dafür waren August und er ein gutes Beispiel. Andernfalls würden sie nicht hier stehen und dieses Gespräch führen. Allerdings waren die Gründe bei ihnen dafür kompliziert und ein Resultat daraus, dass ihre Verbindung zueinander schon bestand, als er noch ein Mensch war. Zumindest hoffte er, dass es bei dem Schwarzhaarigen ebenfalls daran lag. Daran, dass dieser tatsächlich etwas für ihn empfand und er deswegen genauso wenig in der Lage war, ihn zu töten, wie es bei Crispin der Fall war.
Und diese Hoffnung wurde noch um einiges größer, als er daran zurückdachte, dass August seinen Kuss trotz ihrer angespannten Lage erwidert hatte. Er wollte nicht glauben, dass das alles gespielt war und er mit seinen Gefühlen, die ihn innerlich zerrissen, alleine da stand. Und am liebsten hätte er ihn noch ein weiteres Mal geküsst, seiner Sehnsucht nach dem anderen einfach nachgegeben und für kurze Zeit vergessen, welch große Kluft zwischen ihnen bestand. Er biss sich auf die Unterlippe und hielt seinen Blick gesenkt, um sich zurückzuhalten. Jedoch wurde dies alles in den Hintergrund gedrängt, als er hörte, wie ihm August vorwarf, er hätte den Kuss nicht ernst gemeint. Überrascht sah er ihn an, doch dieses Gefühl blieb nicht lange und verwandelte sich in Ungläubigkeit und einer weiteren Welle Wut, die sich in ihm bemerkbar machte. Er presste die Kiefer kurz aufeinander und grub seine Nägel in die Handflächen. Es war ein Versuch, um sich daran zu hindern, August zu packen und wieder näher zu sich zu ziehen - und er scheiterte. Crispin lockerte seine Hände wieder und krallte seine Finger stattdessen in den Kragen des Schwarzhaarigen. Anschließend zog er ihn so nah, dass sie wieder nur ein paar Zentimeter voneinander trennten und es ihn alle Mühe kostete, diese Distanz nicht auch noch verschwinden zu lassen und seine Lippen ein weiteres Mal auf die des Engels zu legen. Doch wie konnte er das tun, wenn dieser dachte, er würde es nicht ernst meinen?
“Glaubst du tatsächlich, ich würde dich nur aus Spaß küssen?! Dass ich das nur mache, weil mir eben gerade danach ist?!”
So sehr er es auch versuchte, er konnte nicht ganz vermeiden, dass er dabei verletzt klang. Es schmerzte einfach, dass er ihn so einschätzte, denn wenn er wirklich so darüber dachte, kam er nicht drum herum, sich die Frage zu stellen, ob August auch über ihren letzten gemeinsamen Abend so dachte - und dass, wo er gerade da so vieles zugegeben hatte.
“Wie kannst du so denken, wenn…” ...sich doch jede Faser meines Körpers danach sehnt, es wieder zu tun. Im letzten Moment konnte er sich davon abhalten, dies laut auszusprechen und wieder einmal zu zeigen, wie schwach ihn die Nähe des anderen doch machte und wie groß sein Verlangen nach ihm war. Abrupt ließ er ihn los und schob ihn von sich, um wieder Abstand zu bekommen und seinem Kopf die Möglichkeit zu geben, klar zu denken, denn genau das war unmöglich, wenn er ihm so nah war. Wieder senkte er den Blick, weil es weh tat, ihn auch nur anzusehen.
“Glaub doch, was du willst…”, murmelte er leise, um das ganze Thema zu beenden und sich wieder auf das zu konzentrieren, worum es gerade eigentlich gehen sollte: das Telefonat von Aspen und seinem Verdacht, dass dieser irgendein hinterhältiges Spiel spielte. Und vor allem um seine Idee, wie sie herausbekommen konnten, ob er recht hatte oder sich doch irrte. Wobei er Letzeres schon beinahe ausschloss. Bei der Erwähnung, dass August angeblich nicht klauen würde oder eben nur dann, wenn es nicht anders ging, musste er anfangen bitter zu lachen. Das meinte er nicht wirklich ernst, oder?
“Und der Alten auf dem Ball die Tasche zu klauen, war also notwendig?! Aber wenn du einen anderen Plan hast, immer raus damit!”
An diesem Abend hatte er das Ganze wirklich witzig gefunden, da er der Meinung war, dass sie es irgendwo nicht anders verdient hatte. Auch wenn ihm bei der Erinnerung an die Frau und dem, was ihm ohne August widerfahren wäre, wieder ein eiskalter Schauer über den Rücken lief. Das war eine Erfahrung, die er definitiv nie wieder machen wollte.
Sein Lachen blieb ihm allerdings im Hals stecken, als der Schwarzhaarige tatsächlich eine andere Idee hatte und einen Moment lang konnte er nichts anderes tun, als ihn einfach nur anzusehen, als käme er vom Mars.
“Du willst ihn nicht wirklich fragen, ob er dich rein zufällig verarscht?! Dein Ernst?! Was glaubst du, was er dir sagen wird, wenn du ihn damit konfrontierst und ich richtig liege?! Die Wahrheit? Wohl kaum!”
Alleine die Vorstellung war einfach absurd und wenn es nicht so wichtig wäre, herauszubekommen, was die Wahrheit war, hätte er ein weiteres Mal lauthals über diese Idee gelacht, die einfach nur absolut abwegig war.
Dass sein Plan gefährlich werden könnte, wenn Aspen es mitbekam, war ihm durchaus bewusst, aber etwas anderes fiel ihm nicht ein. Den Engel zu fragen, fiel aus. Anders als August glaubte er nicht einmal ansatzweise, dass der andere es zugeben würde. Wer wäre auch so dumm, das zu tun? Ihn im Auge zu behalten und darauf zu warten, bis er ein weiteres Mal mit dem anderen Kontakt aufnahm oder für einen anderen Verdachtsmoment sorgte, dauerte hingegen zu lange. Wer wusste schon, wann dies passieren würde? Die Ungeduld zeigte sich schon jetzt in ihm, weil er endlich wissen wollte, was Sache war und zudem wäre es noch immer kein wirklicher Beweis. Am liebsten hätte er dem Engel das Handy selbst abgenommen, aber das ging nicht und auch wenn er August nicht in Gefahr bringen wollte, blieb nur er übrig, der das übernehmen konnte. Jedoch wusste er jetzt schon, dass er es vermutlich vor Ungeduld und Sorge um den anderen kaum aushalten würde, sollte er bei dem Plan mit machen.
Bei der kurzen Zusammenfassung dessen, was er gesagt hatte, nickte er. Crispin sah ihm an, dass er noch immer damit haderte, ihm zu glauben. Auch wenn er es ungern zugab und es ihn unglaublich ärgerte, konnte er es nachvollziehen. Wäre es anders herum, würde er es ihm auch nicht einfach so glauben. Er tat es bei dem, was der Schwarzhaarige ihm sagte ja auch nicht unbedingt, da immer noch die Zweifel vorhanden waren, ob er die Wahrheit sagte oder er nur mit ihm spielte. Zu gerne würde er ihn auf der Stelle davon überzeugen, dass er ihn nicht belog, aber genauso wie ihm nur ein wirklicher Beweis helfen konnte, war dies vermutlich auch bei August der Fall. Aus diesem Grund fiel ihm auch ein Stein vom Herzen, als dieser endlich zusagte, ihm zu helfen. Dass er es nicht für ihn sondern nur aus reiner Neugier tun wollte, war ihm dabei schon fast egal. Zumindest sollte es ihm egal sein, doch er verdrängte den leichten Stich, den ihm dies versetzte. Wichtig war in diesem Augenblick nur, dass er es überhaupt tat.
“Tu es aus welchem Grund auch immer. Und glaub nicht, dass du mir mit dieser Drohung irgendwie Angst machen könntest. In meinen Augen ist er ohnehin nur eine verlogene Witzfigur!”
Sollte er tatsächlich falsch liegen, wäre der Tod zudem äußerst verlockend. In diesem Fall hätte er ein weiteres Mal jede Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft mit dem Engel in den Sand gesetzt und er war sich fast sicher, dass es anschließend keine weitere Möglichkeit geben würde, an ihrer derzeitigen Situation noch etwas zu ändern. Dann hätte er wirklich alles verloren und ohne die Hoffnung auf eine Besserung und auf die Wahrheit zu ihrer gemeinsamen Zeit, gäbe es für ihn keinen Grund mehr, an seinem Leben festzuhalten. Die Ungewissheit und der Schmerz würden ihn ohnehin früher oder später zerstören und so würde er diesen Prozess einfach nur überspringen. August gegenüber würde er das jedoch niemals zugeben. Es waren feige und verzweifelte Gedanken und er wollte keineswegs, dass der andere wusste, dass er solch eine Macht über ihn hatte.
Ein überlegenes Grinsen schlich sich auf seine Lippen und er hakte seine Daumen in seine Hosentaschen, als er gefragt wurde, wie er das Handy eigentlich knacken wollte. Eigentlich hatte er gar nicht damit gerechnet, dass der Engel darauf kommen könnte, dass dies ein Problem darstellen könnte. Schließlich hatte sein eigenes Handy keine Sperre, als August es das eine mal zwischen die Finger bekam und ihn damit regelrecht dazu zwang, ein blödes Frage-Antwort-Spiel mit ihm zu spielen, weil er nicht wollte, dass er die Fotos sah, die sich zu diesem Zeitpunkt noch darauf befunden hatten. Im Endeffekt hätte er sich jedoch so einiges ersparen können, wenn er sie ihm einfach gezeigt hätte, da sie am nächsten Tag ohnehin zerrissen vor der Tür des anderen gelandet waren.
“Es gibt Mittel und Wege die Sperren zu knacken und ich bin mir sicher, dass ich mich in das Handy hacken kann. Ich hatte schließlich genug Zeit, um mir ein wenig was anzueignen.”
Crispin konnte sich fast vorstellen, dass sein Gegenüber alles andere als begeistert darüber war, dass er sich mit so etwas beschäftigt hatte und dies nun dafür nutzen würde. Es bedarf schon ein wenig krimineller Energie auch nur darauf zu kommen, so etwas zu lernen, doch da er sich mit dem Klavier spielen nicht mehr ablenken konnte, brauchte er etwas, das seinen Kopf genug beschäftigte, um nicht ständig an den anderen denken zu müssen, denn das hätte ihn völlig verrückt gemacht.
“Darüber musst du dir also keine Gedanken machen. Das größere Problem wird mit Sicherheit sein, an das Handy überhaupt heranzukommen. Aber du hast auf dem Ball gezeigt, dass du das ziemlich gut kannst”, fügte er mit einem kleinen Schmunzeln hinzu und konnte nicht verbergen, wie sehr ihm die Vorstellung eigentlich gefiel, dass ausgerechnet August so etwas tat. Genau wie Crispin brach er auch gerne mal die eine oder andere Regel, aber zu klauen war da doch schon etwas anderes und er war sich sicher, dass er sich eine Predigt darüber hätte anhören dürfen, dass man so etwas nicht tat, wenn er dies im letzten Jahr gemacht hätte.
Über die Wahl, wo sie sich am Abend treffen sollten, wollte Crispin gerade nachdenken, um zu entscheiden, was von beidem besser war, als er sah, wie August bereits entscheiden wollte, dass er zu ihm kam. Skeptisch runzelte er die Stirn, da ihm diese Reaktion doch sehr seltsam vor kam. Versteckte er etwas vor ihm oder warum wollte er nicht, dass er bei ihm wartete? Es würde seltsam sein, so viel Zeit bei ihm alleine zu verbringen und er konnte sich bereits vorstellen, dass es ihm zu schaffen machen würde, da sein Kopf sicherlich genug Zeit hatte, um ihn mit allen möglichen Gedanken und Erinnerungen zu quälen, aber das hinderte ihn nicht daran, es dennoch in Erwägung zu ziehen.
“Unaufgeräumt?! Wann hat mich das schon einmal interessiert, ob aufgeräumt war oder nicht?”
Bei ihm Zuhause war es immerhin auch nicht immer penibel sauber.
“Außerdem wäre es besser, wenn ich bei dir warte. Sollte Aspen Verdacht schöpfen und dir folgen, sähe es seltsam aus, wenn du statt nach Hause zu gehen bei mir auftauchst. Dann wäre der ganze Plan hinüber und du könntest ihm gleich, wenn du heute Abend zu ihm gehst, sagen, was los ist.”
Was er vor allem von Letzterem hielt, da es Augusts eigener Idee sehr nahe kam, war deutlich herauszuhören. Er konnte immer noch nicht ganz glauben, dass der andere so etwas vorgeschlagen hatte. Bevor er jedoch noch etwas zu dem Ganzen sagte, glitt sein Blick zum Fenster und er bemerkte, dass es in der Zwischenzeit aufgehört hatte zu regnen. Somit hatten sie nun die Möglichkeit hier zu verschwinden, was er auch nötig hatte, da er es langsam nicht mehr aushielt, hier zu sein. So wichtig ihm dieser Ort auch war, es tat zu sehr weh, längere Zeit hier zu sein und so setzte er sich langsam in Bewegung, um an August vorbei und zur Tür zu gehen. Neben ihm blieb er allerdings stehen und sah noch einmal zu dem Engel und biss sich dabei auf die Unterlippe.
“Ich komme dann später mit allem, was ich brauche, zu dir. Hinterher glaubst du mir hoffentlich, dass ich dich nicht angelogen habe. Und ich hoffe auch, dass mein Verdacht stimmt.”
Es würde August mit Sicherheit verletzen, zu erfahren, dass Aspen ihn hintergangen hatte und er selbst müsste sich dann eingestehen, dass er dem anderen Unrecht getan und selbst alles zerstört hatte, was sie hatten. Doch wenn er die Wahl zwischen den Schuldgefühlen, aber der kleinen Chance auf eine Zukunft mit August und einem Leben ohne ihm hatte, musste er nicht einmal eine Sekunde überlegen, wofür er sich entscheiden würde.

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zuletzt bearbeitet 11.05.2018 00:08 | nach oben springen


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